Untersuchte Untersuchung

Auf dem St. Galler Tagblatt stossen wir unter dem Titel, Ranking zeichnet HSG-Forscher aus,  beim Durchlesen auf folgende Aussage:

St. Gallen. In einem Ranking des «Handelsblattes» für betriebswirtschaftliche Spitzenforschung im deutschsprachigen Raum landet die Universität St. Gallen (HSG) auf Platz zwei. Auf dem ersten Platz steht die Universität Wien. Der dritte Rang geht an die Universität Mannheim, gefolgt von der Uni Zürich. Erstellt hat die Studie das Thurgauer Wirtschaftsinstitut an der Uni Konstanz.

Gerne würden wir erfahren, wie die Untersuchung gehandhabt wurde und was dann da genau untersucht wurde. Natürlich in der Erwartungshaltung, dass hier wohl eine umfassende Untersuchung stattgefunden haben muss um solch eine Aussage zu rechtfertigen.

Wir werden schliesslich beim Handelsblatt selbst fündig, welches in seinem im Tagblatt referenzierten Artikel folgendes zur „Methodologie“ der Untersuchung mitzuteilen hat:

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Die effizientste Folter – Kekse!

Es ist kaum zu glauben, aber was ich vor einiger Zeit in einem Kommentar einer online Zeitung schrieben und eigentlich nur halb ernst gemeint war, wurde tatsächlich praktisiert.
Ich meinte damals, anstatt die Gefangenen in Guantanamo zu foltern, möge man ihnen doch Kaffee und Kuchen zum Verhör reichen. Da sich dies als effizienter erweisen könnte.

Genau dies scheint aber zumindest in einem Fall tatsächlich so gehandhabt worden zu sein, wie The E & P Pub meldet.

E & P Pub bezieht sich dabei auf einen Artikel in Time:

Alles was es brauchte um Abu Jandal, welcher näher an Osama bin Laden stand als jeder andere geschnappte Terrorist, zum reden zu bringen waren eine handvoll zuckerfreie Kekse.
Der ehemalige Verhörspezialist/Mitarbeiter des FBI Ali Soufan, der letzten Monat vor dem Kongress aussagte, erzählte Time: „Er war Diabetiker… Wir zeigten, dass wir ihn respektieren und wir machten diese nette Geste… Danach begann er mit uns zu reden anstatt uns zu belehren.“

Persönlich finde ich den Ansatz super. Die unbefristete Detention scheint ja nun gerichtlich abgsegnet, wobei das letzte Wort dazu noch nicht gesprochen sein dürfte. Auf jeden Fall verzichtet man dabei einfach auf Folter und schafft eine Klub-Med Atmosphäre, surfen und tauchen inbegriffen und plauscht mit den Leuten regelmässig in ungezwunger Atmosphäre.

Gute Nachrichten für Herrn Steinbrück

Er darf sich auf eine Zahlung der Eidgenössischen Steuerverwaltung (EStV) von CHF 136,734,768.52[! Schweizer nehmen’s genau und rechnen auf den Rappen genau ab] freuen.
Frohlocken darf auch sein italiensicher Amtskollege und zwar aufCHF 142,703,313.41.

Es handelt sich dabei um die Auszahlung der vom Schweizer Bundesstaat zuhanden der EU-Staaten zurückbehaltener Steuern.

Die ganze Liste sieht folgendermassen aus:

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Das Gesundheitssystem das Kranke macht

Der Beobachter findet in einem Artikel,

Die Medizin ist ein unersättlicher Markt geworden, der sich immer mehr aufbläht. Und jeder Gesunde ist ein Kranker, der es noch nicht weiss: Report über eine ungesunde Entwicklung.

und meint weiter, dass der Absatz von Ritalin und verwandten Mitteln, der sich innerhalb von zehn Jahren verachtfacht habe, nahelege, dass die Schweizer ein Volk von herumzappelnden, nie zur Ruhe kommenden Menschen sein müsse.

Der Beobachter meint weiter:

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Tagi Redaktion kämpft gegen Stellenabbau

Die Journalisten des Tages Anzeiger haben heute vor dem Gebäude der tamedia gegen den Stellenabbau protestiert und die tamedia aufgerufen, andere Varianten, als die Entlassungen zu prüfen.

Die Tages Anzeiger Redaktion druckte dazu ein Pamphlet, dass aber auf der Tagi Website weder erwähnt noch abgedruckt wurde oder werden durfte (wir vermuten eher nicht werden durfte).

Da das Dokument keinen Copyright Vermerk trägt, offen verteilt wurde und auflag und sowohl die Tages Anzeiger Redaktion, als Copyright Inhaber, sowie die Öffentlichkeit, die vom schleichenden Abbau in der sog. vierten Staatsgewalt direkt betroffen ist, erlauben wir uns, dies Dokument hier zur Verfügung zu stellen.

OECD – Talfahrt der Weltwirtschaft zu Ende?

Wie der OECD-Chef Angel Gurria heute via sda/reuters verbreiteten liess und die NZZ brav weitermeldete, befinde sich die Weltwirtschaft nun nicht mehr im freien Fall und sieht den Beginn der Erholung gegen Ende dieses Jahres. Der Abschwung habe sich verlangsamt.

Er hat übrigens noch mehr gesagt: Der originale Reuters Artikel in Englisch ist ein bisschen genauer als die deutsche Version der NZZ, aber in der Aussage gleich.

Nun wird’s krass: Es seien dazu keine eindeutig posititven Zahlen notwendig. Mit anderen Worten er erfindet das während er redet – eine Basis in der Realität haben seine Aussagen nicht. Er führte für seine Aussagen die „Hausverkäufe in den USA und die chinesischen Exportdaten“ an.

Ein kurzer Realitäts-check zeigt folgendes:

Financial Times, 19. Mai 2009:

China’s much vaunted Rmb4,000bn economic stimulus package is being delayed by local governments unable to raise their share of financing, according to a report from the state auditor.

[…]

The news comes as some economists question the efficacy of these measures in putting the country on a sustainable growth path that relies less on overstretched western demand for cheap Chinese exports.

Reuters, 21 Mai 2009:

Vice Premier Li Keqiang said that while the government’s 4 trillion yuan ($585 billion) stimulus plan had yielded initial results, it was too early to hail an economic recovery.

„The international financial crisis is still spreading, and its impact on the real economy is deepening,“ the official Xinhua news agency quoted Li as saying.

und dann noch diesen von Bloomberg, 22. Mai 2009:

China’s benchmark stock index fell, capping its first weekly decline in a month, as commodity producers dropped on concern that this year’s rally overvalued prospects for the nation’s economic recovery.

Bezüglich U.S. housing konnten wir diesen Artikel von Reuters, 19 Mai 2009 finden:

Among the positive signs are rebounding home prices and sales, driven partly by investors but also young families finding they can afford a home for the first time. In March, home sales rose 64 percent in Riverside County and 89 percent in San Bernardino County compared with a year earlier.

„The interest rates and the market are now such that it invites people who have jobs to buy homes,“ Riverside Mayor Ron Loveridge said. „You are seeing the first major increase in house-buying out here“ since the subprime meltdown in 2007.“

Da scheinen aber mindestens zu einem Teil Spekulanten dahinter zu stehen. Ob die jungen Familien, die sich nun zum ersten Mal ein Haus leisten können, dieses auch behalten, hängt wohl massgeblich von Stellenmarkt ab – und der ist schlechter denn je.

Es ist der Stellenmarkt, Dummerchen. Es braucht Jobs mit angemessenem Salär, ein gutes soziales Netz und gut funktionierende öffentliche Infrastruktur damit die Leute wieder konsumieren können.

Aber eben, Fakten braucht’s ja neuerdings nicht mehr, so meint Gurria. Es reicht, wenn sein Bauchgefühl ihm sagt, es gehe wieder aufwärts. Hoffentlich hat Gurria seinen Bauch auch richtig verstanden und der hatte nicht nur Problem die schlechten Nachrichten zu verdauen.

Banken widersetzen sich Regulierungen

Welch überraschende Entwicklung. Die Banken wollen zurück zum normalen Geschäft, als wär nichts passiert und versuchen Reformen der Finanzmärkte zu verhindern. Diese Aussage machte Brooksley Born auf Bloomberg. Als damalige Vorsitzende der Aufsichtsbehörde CFTC warnte sie 1998 davor, die Derivative nicht zu regulieren. Leider wurde sie durch Clinton, Greenspan, Rubin und Summers ins Abseits gedrängt.

“Special interests in the financial-services industry are beginning to advocate a return to business as usual and to argue against any need for serious reform,” Born said today as she accepted a Profile in Courage award from the John F. Kennedy Library. If changes aren’t made “we will be haunted by our failure for years to come,” she said.

Lesen hier Sie mehr über Brooksley Born und die Geschichte einer verpassten Chance.

Nun warum sollten die Banken sich auch nicht dem Wandel widersetzen. Schliesslich haben sie alle Anreize alles so zu belassen, wie es ist. Vom Crash haben sie ausgibig profitiert. Sogar angesichts ihres totalen Versagens und der Herbeiführungen des kompletten Zusammenbruchs der Wirtschaft und der Perspektive des darauf folgenden Zusammenbruchs der Gesellschaften, werden sie immer noch mit bailouts und Boni für ihr totales Versagen belohnt. Oder vielleicht sind sie ja gar nicht gescheitert?

Es scheint als wolle jemand unbedingt die USA zerstören, und es ist nicht OBL.