Zweite Röhre am Gotthard à la Leuenberger

Der bloggende Bundesrat Moritz Leuenberger macht mit einer genialen Kompromiss-Idee von sich reden.

Zu einer zweiten Röhre für den Gotthard Strassentunnel meint er folgendes:

Eine zweite Gotthardröhre ist machbar», erklärt Bundesrat Moritz Leuenberger in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Und er sagt erstmals, ­warum und wie das möglich wäre. «Die Röhren dürften nur je eine Fahrspur haben, und die maxi­male Fahrgeschwindigkeit von heute 80 Kilometer pro Stunde dürfte nicht erhöht werden.»

Ich frage mich, was würde das bringen? Ausser Aufträge für die Tunnel buddelnde Bauwirtschaft (TBB)? Eine Kapazitätssteigerung wäre mit einer solchen Lösung ausgeschlossen. Dazu bräuchte es bei bleichbleibender Höchstgeschwindigkeit entweder zwei Fahrspuren pro Richtung, oder bei nur einer Fahrspur pro Richtung eine Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Natürlich wäre eine zweite Röhre aber ein Beitrag zur Betriebssicherheit. DDurch die Richtungstrennung sind Frontalkollisionen nahezu ausgeschlossen. Leider wäre  bei einem Unfall eine Röhre blockiert und die zweite könnte weiterhin nur in einer Richtung betrieben werden. Das wäre allerdings eine Verbesserung zum heutigen Zustand, bei dem der gesamte Verkehr in beide Richtungen zum Erliegen kommt.

Die gesetzliche Bestimmung, auf die hier Bezug genommen wird, nämlich, Art. 84 der Bundesverfassung, besagt in Absatz 3:

Die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet darf nicht erhöht werden. Von dieser Beschränkung ausgenommen sind Umfahrungsstrassen, die Ortschaften vom Durchgangsverkehr entlasten.

Ob diese Beschränkung der Transitstrassen-Kapazität im Hinblick auf die fehlende Abgase und geringeren Lärmentwicklung moderner elektrisch betriebener Fahrzeuge in zehn Jahren noch gerechtfertigt sein wird, ist allerdings fraglich. Das Verkehrsaufkommen wird mit dieser Beschränkung jedenfalls nicht kleiner, die Staus dafür aber umso länger.

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