Fontainebleau v. Deutsche Bank et al.

Fontainebleau Las Vegas, LLC hatte bereits am 23 April 2009 eine Gruppe von Banken, nämlich Bank of America, Merril Lynch, JP Morgan Chase, Barclays, Royal Bank of Scotland, Sumitomo Mitsui und die Deutsche Bank auf 3 Mrd $ verklagt.

Fontainebleau beschuldigt die Banken von einer vertraglichen Verpflichtung, ihr 800 Mln $ in Darlehen zu gewähren, zurückgetreten zu sein.  Das stösst Fontainebleau schon allein deshalb sauer auf, weil, wie es in der Klage ausführt, „Bank of America, JP Morgan und einige andere Milliarden von Dollar in Bundesgeldern erhalten hätten um Kredite wieder verfügbar zu machen.“

Die Klage führt weiter aus, diese revolver loan sei kurzfristig, mit Verweis auf nicht näher spezifizierte Zahlungsausfälle und ohne nähere Begründung, beendet worden. In Wirklichkeit habe es aber keine solchen Ausfälle gegeben.

Interessant wird es nun mit der Klageergänzung, die Fontainbleau am 12. Mai 2009 eingereicht hat. Darin wird die Deutsche Bank bezichtigt, sie wolle „nun Fontainbleau zerstören um die Konkurrenz für das Cosmpolitan Projekt zu minimieren und habe dazu versucht die anderen Banken dazu anzustiften, ihre Zusagen zu brechen. Die Deutsche Bank habe auch auf agressive Weise die anderen Banken davon abgebracht ihre Differenzen mit Fontainbleau zu bereinigen.“

Warum sollte die Deutsche Bank das tun? ein möglicher Grund könnte darin liegen, dass die Deutsche Bank die Cosmopolitan Resort and Casino nun zu einem Wert von 1.1 Mrd € als „Investitionsgrundstück in Entwicklung“ in ihren Büchern führt. Dies nachdem die Deutsche Bank diesen Besitz in einer Zwangsversteigerung erworben hat, nachdem der vorige Besitzer ein Darlehen in der Höhe von 780 Mln € nicht zurückzahlen konnte. Die Deutsche Bank schreibt dazu in ihrer Annual Review 2008 (Seite 61):

In the first quarter of 2009, there was evidence of a significant deterioration of condominium, hotel and casino market conditions in Las Vegas. In light of this, we are currently considering various alternatives for the future development and execution of the Cosmopolitan Resort and Casino project. The recoverable value of the asset is dependent on the developing market conditions and the course of action taken by us. As a result it is possible that an impairment to the carrying value may be required in 2009 which cannot be reliably quantified at this time.

Das klingt uns natürlich ganz nach einem möglichen Motiv, die die Behauptungen von Fontainbleau plausibel machen.
Der Zeitpunkt für Neueröffnung solcher Casino-Komplexe in Las Vegas, die Hotelzimmer, Sitzungsräume, Ladenfläche und natürlich Casinos anbieten, ist denkbar schlecht. Es gibt anscheinend in Las Vegas jetzt schon Überkapazitäten und ernsthafte Kaufinteressenten dürfte es wohl nur wenige geben. Die Konkurrenz ist hart, den auch MGM baut mit dem CityCenter ein neues Resort.
Unter diesen Umständen muss die Deutsche Bank natürlich froh sein um jeden Konkurrenten der auf der Strecke bleibt.

Immerhin böte sich hier den Investmentbankern, die bei der Deutschen Bank ausgemustert werden eine zweite Karrieremöglichkeit als Croupier an. Umschulungen wären dann nicht mal so schwierig, die Leute wechseln einfach von einem Casino ins andere.

In diesem Geschäftssegment der Kommerziellen genutzen Liegenschaften tauchen immer wieder die gleichen Namen auf zusätzlich zu den oben genannten auch Goldman Sachs, UBS und Credit Suisse. Es handelt sich hier um den Geschäftsbereich der Commerical Mortgage Backed Securities (CMBS) und eine  spezielle Art von Credit Default Swaps, den Loan Credit Default Swaps (LCDS) eine Rolle spielen.

Ementhaler schätzt, über dieses Thema werden wir in den nächsten Monaten noch des öfteren hören.

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