Können Banken für die Schulden von Staaten aufkommen?

Die NZZ stellt ihrer online Ausgabe von heute diese Frage, liefert aber dazu keine Antwort. Wir gehen davon aus, dass der Leser aufgefordert ist, sich dazu selbst seine Gedanken zu machen. Ementhaler hat dies getan und antwortet der NZZ wie folgt.

Zunächst lohnt es sich einen Blick auf die aktuellen Verhältnisse und den historischen Verlauf zu werfen:

Wie man sieht, ist der Spread zwar noch nicht wieder auf einen ‘normalen’ Wert gesunken, ist aber mit ca. 45 bps (Basispunkten) dennoch deutlich tiefer als im November, Dezember und Februar 2008. Die vorher festzustellende Korrelation ist auch (noch) nicht wieder hergestellt.
Man kann jedoch sagen, dass die Wahrscheinlickeit eines US Staatsbankrotts in den nächsten zehn Jahren zur Zeit als eher gering angesehen wird. Eine Summe von 10Millionen $ zu versichern kostet demnach ca 45,000$ pro Jahr über die Laufzeit des Vertrages.

Es ist auch nicht uninteressant zu wissen, welcher Betrag denn hier zu versichern wäre, wenn tatsächlich alle US Treasuries mit einem CDS abgesichert würden.
In diesem, im September 2009 endenden, fiskalischen Jahr werden nach Bloomberg 3.25 Billionen $ an Treasuries herausgegeben:

The government will sell $3.25 trillion of debt in the fiscal year ending Sept. 30, according to Goldman Sachs Group Inc., one of the 16 primary dealers that trade with the Federal Reserve and are required to bid on Treasury auctions.

Der zu versichernde Betrag wird wohl höher liegen, da auch die Anzahl, bzw. der Gesamtbetrag, der ausstehenden Treasuries höher sein dürfte.

Wir halten es nun für unwahrscheinlich, dass alle diejenigen, die diese CDS ausstellen auch den entsprechenden Betrag als Reserve zur Seite gestellt haben oder stellen werden – müssen sie auch nicht, denn CDS können ausgestellt werden, ohne dass dabei die entsprechenden Reserven gebildet werden müssen.
Im Falle des Staatsbankrotts der USA müsste das Geld demnach zuerst beschafft werden, aber wo und wie?
Wie eine Grafik auf Reuters aufzeigt, ist der Schuldenberg des privaten Sektors bereits jetzt dermassen hoch, dass er praktisch nicht mehr ohne eine Bankrottwelle im privaten Sektor abzutragen ist. Woher, bitte schön, soll das Geld also kommen?

Wir halten es für wahrscheinlicher, dass diejenigen Firmen, die diese CDS schreiben (wir wüssten gerne, wer das ist), die Gelegenheit benutzen, um kräftig abzusahnen. Wie wir gelernt haben, macht man hier das Geld schliesslich mit Gebühren und Kommissionen und es kümmert dabei wenig, ob die Firma mit Risiken überladen wird. Die Boni fliessen trotzdem.
Unsere Antwort lautet demnach: Nein, sie können nicht.

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