Das Gesundheitssystem das Kranke macht

Der Beobachter findet in einem Artikel,

Die Medizin ist ein unersättlicher Markt geworden, der sich immer mehr aufbläht. Und jeder Gesunde ist ein Kranker, der es noch nicht weiss: Report über eine ungesunde Entwicklung.

und meint weiter, dass der Absatz von Ritalin und verwandten Mitteln, der sich innerhalb von zehn Jahren verachtfacht habe, nahelege, dass die Schweizer ein Volk von herumzappelnden, nie zur Ruhe kommenden Menschen sein müsse.

Der Beobachter meint weiter:

Insbesondere der Einsatz von Gelenkprothesen nimmt zu: Wurden 2002 knapp 19’000 Gelenke ersetzt, waren es 2005 schon mehr als 24’000, über ein Viertel mehr. Bei den künstlichen Kniegelenken stiegen die Eingriffsraten in diesem Zeitraum um 36 Prozent, bei den künstlichen Schultergelenken gar um 45 Prozent. «Das ist weit stärker, als die zunehmende Alterung der Bevölkerung erwarten liesse», hält das Berner Forscherteam um den Epidemiologen André Busato fest.

Dem können wir nur zustimmen.Das ist aber auch unvermeidlich. Jeder der im Gesundheitswesen Dienstleistungen anbietet, ist gezwungen Gewinn zu machen, ergo richtet sich die Notwenigkeit einer Operation nicht (mehr) nach den Bedürfnissen des Patienten, sondern derjenigen der CEOs der entsprechenden Firma, die diese Präparate, Glenke, Implantate, etc anbietet.

Der Beobachter macht in seinem Artikel ähnliche Aussagen, endet dann aber – ein wenig überraschend – mit der Aussage:

«Es braucht allgemeingültige, klinische Richtlinien für orthopädische Eingriffe», fordert Busato. Nicht nur Befunde und Operationsmethoden, sondern auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis und das Outcome – wie es jemandem nach einem Engriff geht – müssten von einer unabhängigen, vom Staat beauftragten Instanz überprüft werden. «Es spielt schliesslich eine Rolle, ob jemand von einer Operation profitiert oder nicht», sagt Busato. So bekomme man nicht nur Ungleichheiten, sondern auch die Flut von Diagnosen in den Griff.

Der Lösungsansatz ist völlig untauglich, führt er doch dazu, dass am Ende eine staatliche Stelle entscheidet, wer operiert wird und wer nicht – das klingt dann schon eher nach Rationierung.

Die Lösung heisst vielmehr den nach Profit strebenden Geschäftemachern, die immer mehr Krankheiten erfinden und herbeireden, den Anreiz zu nehmen, d.h. das Geschäft zu versauen.

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