Ein Goldman Sachs Trading Skandal?

Über’s Wochenende, genauer am 3. Juli, soll ein ehemaliger Mitarbeiter eines Finanzinstitutes [dem Vernehmen nach handelt es sich Goldman Sachs] Computerprogramme, d.h. die Algorithmen mit denen das Finanzinstitut an der Börse elektronisch handelt, entwendet und auf eine Website in Deutschland hochgeladen haben.

Der Diebstahl soll schon vor einem Monat geschehen sein, offenbar schritten das Finanzinstitut und das FBI aber erst jetzt ein.

Sollten sich diese Anschuldigungen als wahr erweisen, dürfte auf das Finanzinstitut ein paar Probleme zukommen, speziell wenn es sich dabei tatsächlich um Goldman Sachs handeln sollte.
Zum einen verlöre es möglicherweise seine vorherschende Stellung – bisher jeweils bis zu 60% des Computerhandels wurden von GS abgewickelt.
Zum anderen  könnte dadurch Licht auf die innere Funktionsweise dieses Computerhandels geworfen werden.
Des weiteren könnten hier durch die NYSE und das Finanzinstitut Offenlegungspflichten verletzt worden sein, denn der Verlust dieser Algorithm, resp. das Bekanntwerden deren Struktur, dürfte sich auf die Gewinne des Unternehmens eher negativ auswirken und um Insidergeschäfte, resp. Verkäufen der Aktien zuvorzukommen, wäre eine Information der breiten Öffentlichkeit eigentlich zwingend.
In den NYSE Regeln für gelistete Unternehmen heisst es in Rule 202.05 Timely Disclosure of Material News Developments:

A listed company is expected to release quickly to the public any news or information which might reasonably be expected to materially affect the market for its securities. This is one of the most important and fundamental purposes of the listing agreement which the company enters into with the Exchange.

A listed company should also act promptly to dispel unfounded rumors which result in unusual market activity or price variations.

Gemäss den Bundesbhörden sei die Platform sei in der Lage in äusserst kurzer Zeit auf schnell aufeinanderfolgende Kursentwicklungen zu reagieren. Dazu benutze sie “geheime mathematische Formel” um der Firma hohe Gewinne zu ermöglichen.

Ein Goldman Sachs Sprecher wollte dazu keine Stellung nehmen. Die Reuters Story gibt’s hier.

Es folgt die Klageschrift (criminal complaint) des FBI:

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