Weitere Details zum Dark Pool der SIX

Ich wollte es nach meinem Beitrag vom 22.7.2009 noch ein bisschen genauer wissen und habe bei der SIX nach dem dark pool gefragt:

Guten Tag liebe SIX Mitarbeiter,
ich würde gerne mehr wissen über die dark pools an der SIX.
Das factsheet zum Swiss Block habe ich gelesen, es besagt aber nicht sehr viel und leider konnte ich weder Regulierungen, Richtlinien oder andere Unterlagen zu diesem Thema finden.
Deshalb meine ersten Fragen an sie:
Wieviele dark pools gibt es an der SWX, wer führt/bzw. kontrolliert diese,und welches sind die Teilnehmer, Volumen, Umsätze, etc.
Können Sie mich auf eine detailliertere Beschreibung der Funktionsweise dieser dark pools an der SWX verweisen, die ich konsultieren könnte?Besten Dank für die Informationen
A. Hamilton
https://nullpunktfeld.wordpress.com
http://zeropointfield.wordpress.com

Freundlicherweise hat die SIX auch geantwortet (Hervorhebungen meine):

Sehr geehrte Frau Hamilton

An der SIX Swiss Exchange haben wir eine Block Trading Plattform (sogenannter Dark Pool) für den Handel in Blocktransaktionen mit Schweizer Blue Chips (Die Aktien der SMI- und SLI-Indizes, also die 30 grössten Titel). Im Unterschied zum normalen Handel gibt es hier keine Pre-Trade-Transparenz, wohl aber die Post-Trade-Transparenz, das heisst, so bald ein Abschluss zustande kommt, werden die Details ersichtlich wie im restlichen Handel. Dark Pools wurden eingerichtet, damit beabsichtigte Blocktransaktionen nicht preisverzerrend wirken. So wäre es beispielsweise unmöglich, ein Riesenpaket von Aktien en bloc auf der Geld- oder Brief-Seite im normalen Handel anzubieten, ohne dass eine für den Käufer/Verkäufer ungünstige Preisentwicklung die sofortige Folge wäre. Bevor es Dark Pools gab, wurden Blocktransaktionen ausschliesslich ausserbörslich getätigt, was insofern ein Risiko ist, als ein Käufer oder Verkäufer vielleicht nicht auf Anhieb eine Gegenpartei findet, mit der er die Transaktion vollziehen kann. Spätestens ab diesem Moment besteht ein massives Indiskretionsrisiko bzw. das Risiko einer ungünstigen Kursentwicklung. Unser Blocktrading-Dienst war im Übrigen der erste in Europa. Wir nahmen ihn im August 2008 in Betrieb.

Dr. Werner Vogt
Head Media Relations
SIX Swiss Exchange
http://www.six-swiss-exchange.com

Die Antwort der SIX bezieht sich ausschliesslich auf deren eigenen dark pool, den Swiss Block. Demnach wird ein Abwickeln einer grösseren Transaktion über den Swiss Block erst nach einer erfolgreichen Transaktion im Markt sichtbar und könnte sich negativ oder positiv auf deren Gewinnaussichten auswirken. Bei einer fehlgeschlagenen Transaktion gibt es hingegen keine Information in den öffentlichen Markt.

Die Details wie der Swiss Block organisiert ist sind auch sehr interessant. Zum einen muss man Mitglied der SIX sein. Um den Swiss Block zu benutzen muss man:

How to become a Swiss block participant

How to become a Swiss block participant

Die Regulierung zum Swiss Block ist die Direktive 21 der SIX, in Kraft seit 4. Mai 2009:

Natürlich sind hier gleich weitere Fragen aufgetaucht, auf die ich hoffentlich nächste Woche eine Antwort  erhalte.

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