Bilder sagen mehr als tausend Worte – wirklich?

Dramatische Vorgänge an der Schweizer Börse am Dienstag 23.3.2010. Könnte man jedenfalls meinen, wenn man den Kursverlauf als Grafik dargestellt betrachtet:

Kursverlauf SIX 23.3.2010

Kursverlauf SIX 23.3.2010

Dem ist aber nicht so, wie ein Blick auf dieselbe Grafik mit Skala zeigt:

Kursverlauf SIX 23.3.2010 mit Skala

Kursverlauf SIX 23.3.2010 mit Skala

Der ‘rasante’ Anstieg vom Vormittag entpuppt sich als Sprung von ca. 40 Punkten, oder 0.58%. Natürlich lässt sich auch damit Geld machen zuerst 40 rauf, dann 30 runter, etc.

Bilder sagen mehr als 1000 Worte? Stimmt, machmal sagen sie tatsächlich viel viel mehr.

Werbung hat keinen Einfluss auf Konsumverhalten?

Gewisse Leute, vor allem solche aus der Wirtschaft halten andere Leute, d.h. uns, für doof:

Der Kampf um das neue Präventionsgesetz ist in vollem Gang. Gemäss dem Gewerbeverband hat Alkoholwerbung keinen Einfluss auf den Konsum von Jugendlichen. Präventionsfachleute widersprechen.

Am Dienstag hat der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) Ergebnisse einer Studie vorgestellt, wonach Alkoholwerbung keinen Einfluss auf den Konsum Jugendlicher hat.

Klar, das muss so sein darum gibt die Werbeindustrie auch jedes Jahr Milliarden aus um ihre Produkte an das Kind, den Jugendlichen oder den Mann/die Frau zu bringen.

Quelle: Tages Anzeiger

Neues Ungemach für die UBS?

Nach der Veröffentlichung des Lehman Reports scheint klar, dass Lehmann mit Repos (repurchase agreements), d.h. einer speziellen Art davon, von Lehman selbst Repo 105 genannt, die Bilanz geschönt hat und zwar immer schön gegen das Quartalsende hin. Wie folgende Grafik aus dem Report zeigt:

Repo 105 Verwendung

Repo 105 Verwendung

Nun wurde natürlich nach den Gegenparteien, d.h. den Parteien, die mit denen Lehman diese Repo 105 abgeschlossen hat, gefragt. Die Antwort im Bericht:

Barclays, Mizuho, UBS, Mitsubishi, Deutsche Bank, KBC and ABN Amro. Auszug aus dem Lehman report volume 3 (pdf) (Hervorhebung durch mich):

Examiner’s Interview of John Feraca, Oct. 9, 2009, at p. 5; see also e‐mail from Stephen Gerber, Lehman,
to Gary Lynn, Lehman (Aug. 22, 2007) [LBEX‐DOCID 3234616] (responding to Gerber’s statement that
“As we discussed yesterday, counterparties are getting a little pickier with Repo,” by stating, “Uh oh…is
this for repo 105?” to which Gerber responded: “Yes.”). In the 2007 to 2008 period, Lehman’s Repo 105
counterparties were primarily restricted to Mizuho, Barclays, UBS, Mitsubishi, and KBC, though some of
these also tapered off their Repo 105 trading in 2008. E‐mail from Chaz Gothard, Lehman, to Mark
Gavin, Lehman, et al. (Sept. 4, 2007) [LBEX‐DOCID 4553246] (“KBC are no longer able to finance our 105
agency trades. . . . This effectively means we only have 3 counterparts with which to transact this business – Mizuho, Barclays & UBS. Whilst they have taken all the paper we’ve thrown at them to date this situation should not be relied upon.”); e‐mail from John Feraca, Lehman, to Ian T. Lowitt, Lehman, et al. (Feb. 28, 2008) [LBEX‐DOCID 3207903] (reporting Repo 105 trades with “Barclays – $ 3 billion, UBS – $ 6
billion, Mizuho – $ 2 billion”); e‐mail from Mark Gavin, Lehman, to Daniel Malone, Lehman, et al. (May
20, 2008) [LBEX‐DOCID 736184] (noting in e‐mail with subject line “RE: Repo 105 CPS” that “Mizuho ‐
$5bln,” “[n]o longer at the table: Barclays up to $15 bln,” “UBS up to $10 bln,” “Mitsubishi up to $1 bln,”
and “KBC up to $2 bln”); see also Lehman, US Agency Desk, Repo 105 12 Mar–19 Mar Mizuho @ 2.73%
(Mar. 12, 2008) [LBEX‐DOCID 4523953] (listing 6.5% haircut on Repo 105 transactions); Lehman, US
Agency Desk, Repo 105 12 Mar–19 Mar. UBS @ 3.10% (Mar. 12, 2008) [LBEX‐DOCID 4523950] (listing
seven percent haircut on Repo 105 transactions); Lehman, US Agency Desk Repo 105 12 Mar–19 Mar UBS
@ 2.75% (Mar. 12, 2008) [LBEX‐DOCID 4523955] (listing 6.5% haircut on Repo 105 transactions); Lehman,
US Agency Desk, Repo 105 28 May–4 Jun Mizuho @ 2.24 (May 27, 2008) [LBEX‐DOCID 4523968]

Unwillkürlich fragt man sich, wo die Papiere wohl jetzt sind? Immer noch bei der UBS, schon abgeschrieben, oder sogar in StabFund der SNB?

Man fragt sich auch, warum keine einzige US Bank auf der Liste ist, wussten diese von Lehmann’s Schwierigkeiten? Es fehlt auch die Credit Suisse, die ja, wie wir wissen, ihren Kunden fleissig Lehman Papiere (allerdings nicht diese) untergejubelt hat.  Wusste die Credit Suisse etwa frühzeitig Bescheid?
Hier sind noch viele Fragen ungeklärt. Wir warten gespannt auf die Medienmitteilung der UBS und allenfalls der Credit Suisse. Heute abend war noch nichts auf der Website der UBS

hat tip Zero Hedge.

Weiterer Knatsch um den StabFund

Es geht wieder los. Die Diskussionen um den StabFund(tm) der SNB. Gemäss Tages Anzeiger:

Die Auseinandersetzungen zum Rettungsfonds «Stabfund» der Schweizerischen Nationalbank SNB für Schrottpapiere der UBS reissen nicht ab. Laut Berechnungen der «Finanz und Wirtschaft» hat die UBS auf den Schrottpapieren, die sie nicht an die SNB ausgegliedert hat (siehe Box), im vergangenen Jahr einen Gewinn von 600 Millionen Franken erzielt.

Die SNB selber hat in der letzten Woche auf den toxischen Papieren, die sie der Grossbank abgenommen hat, dagegen einen Verlust für 2009 von 2,6 Milliarden Franken bekannt gegeben. Der «Blick» fragt nun in seiner heutigen Ausgabe: Hat die UBS die Nationalbank mit Schrott-Papieren ausgetrickst? Es sieht nicht danach aus.

Tja, wer von Anfang an aufgepasst hat, hat das schon lange kommen sehen. Ziel war es, die UBS von unverkäuflichem Schrott zu entlasten. Alles andere hätte auch keinen Sinn gemacht, denn die Bilanz musste ja gesäubert werden, damit die UBS nicht untergehe.
Das war ja auch das erklärte Ziel. Schon im Juni 2009 -eigentlich schon davor -redete die SNB von “orderly liquidation” der Papiere.

Gemäss Tages Anzeiger äusserte sich UBS-CEO Oswald Grübel gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz sehr klar:

«Die SNB hat auf den von UBS übernommenen Papieren keine Verluste realisiert», sagt er und geht noch weiter: «Seit September 2008 hat die SNB an der Finanzierung 600 Millionen Dollar verdient. Wir haben der SNB angeboten, diese Anlagen zurück zu kaufen, was diese abgelehnt hat. UBS hat an der Verwaltung des Fonds kein Geld verdient sondern bis jetzt nur Kosten gehabt.»

Banker-speak. Das sezieren wir mal. Continue reading