Chefs wollen nicht für Mobilität bezahlen

Le Matin Dimanche:

Pendler könnten demnächst 50% mehr als heute ausgeben ohne dass ihnen ihre Firmen dabei unterstützen werden.

Die Pendler zittern seit Doris Leuthard ankündigte, dass sie in Zukunft mehr ausgeben müssen um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Bis 50% mehr um die Infrastrukturen zu finanzieren. Ein Vorschlag der die Fédération romande des consomateur erschüttert, welche bereit ist auf die Barrikaden zu steigen und die mit Ideen aufwartet: Die Chef sollen zusammen mit ihren Angestellten die Mobilität finanzieren, von der sie letztendlich profitieren.

“Kommt nicht in Frage”, sagen die Arbeitgeber. “Es ist nicht der Fehler des Angestellten, wenn er keine Wohnung am Arbeitsplatz findet, das ist aber auch nicht der Fehler der Chefs”, meint Blaise Matthey, Direktor der Fédération romande des entreprises, welcher auf die Wohnungsprobleme in den grossen urbanen Zentren verweist.

Äh, es ist wohl der Fehler der Arbeitgeber, welche ihre Firmen alle in die eh schon überlasteten Ballungszentren verlegen, und von ihren Arbeitern verlangen, alle müssten um die gleiche Zeit zur Arbeit erscheinen. Die Züge und Strassen sind nämlich regelmässig nur zu bestimmten Zeiten überlastet, ausserhalb dieser “Rush-Hours” gibt’s genügend Kapazität, zudem gibt es Strecken, die nicht ausgelastet sind und nicht rentieren.

Es sind also die Arbeitgeber für diese Kosten verantwortlich sind und gleichzeitig fette Gewinne einstreichen, die zu einem grossen Teil eben gerade dieser Infrastruktur zu verdanken sind, für die sie nicht aufzukommen gedenken. Nach dem Verursacherprinzip müssten sie also dafür auch bezahlen, müsste  man meinen.

Wenn Novartis unbedingt mitten in Basel seinen Firmensitz haben will, muss die Firma auch für die Infrastruktur aufkommen die dazu nötig ist um die Gewinne dieser Firma zu ermöglichen.

Der Herr Doktor Vasella, um nur ein Beispiel zu nennen, strich für das Jahr 2009 einen Bonus von 20 Millionen CHF ein, das ergibt – beim heutigen Preis – 6212 Generalabos 2. Klasse, oder 3980 Generalabos 1. Klasse. Da gäbe es durchaus Raum für ein paar Beiträge des Arbeitgebers an die Mobilitätskosten der Arbeitnehmer.

Natürlich ist es der Wirtschaft lieber, die Öffentlichkeit bezahlt die satten Gewinne und Boni von ein paar privilegierten, das ist schon klar. Es wird auch gleich klar ist auch wo die eigentlichen Sozialschmarotzer zu finden sind.

 

 

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