Gibt Raymond Davis‘ GPS Auskunft über mögliche Ziele?

Zur Erinnerung: Raymond Davis ist der US-Amerikanische Diplomat – oder Konsularangestellte, wie die Pakistanis sagen – welcher zwei pakistanische Bürger niedergeschossen hat und dem mittlerweile Mord vorgeworfen wird.
Nach neuesten Enthüllungen wurden bei seiner Verhaftung interessante Gegenstände wie ein top Garmin GPS, ein Satelitentelefon und eine Kamera die Photos von sensitiven Gebieten und Verteidigunseinrichtungen enthielt.

Nachfolgend ist eine Übersetzung aus dem Englischen eines Artikels der  pakistanischen Website, pakistankakhudahafiz.com. Ich konnte die gemachten Aussagen allerdings noch nicht über andere Pressequellen verifizieren:

Raymond Davis Fall: JuD Koordinaten waren auf Davis GPS markiert

LAHORE – Pakistanische Behörden ermitteln ob der Vorsteher der Jama’at-ud-Dawa (JuD) Hafiz Mohammad Saeed ein mögliches Ziel und Mordopfer für den US Kontraktor Raymond Davis war, welcher in Lahore verhaftet wurde, kurz nachdem er am hellichten Tag zwei Pakistanis erschossen hatte.

Es wird berichtet, dass Davis, der sich zur Zeit in Gewahrsam der pakistanischen Behörden befindet Teil eines grösseren Netzwerks einer US-Amerikanischen „Special Activities Division“ ist, welche als Teil des National Clandestine Service der CIA arbeitet. Diese Einheit operiert ohne ersichtliche nationale Identifikation und führt hoch-sensible Arbeiten aus, einschliesslich Überwachung/Beschattung wichtiger Ziele, Zusammenstellung und Leitung von Todesschwadronen sowie Teilnahme an der Ermordung von wichtigen Zielen.  Kürzlich von Wikileaks und Bob Woodward in „Obamas Kriege“ veröffentlichte Informationen deuten ebenfalls stark auf die Anwesenheit von hoch-trainierten US Agenten mit spezifischen Mordaufträgen in Pakistan hin.

„Wir ermitteln noch, aber es scheint immer mehr, dass er (Davis) nicht alleine, sondern ein Teil einer Todesschwadron war, die einen spezifischen Auftrag auszuführen hatte. Es ist ein langsamer Prozess, aber er ist am Reden“, sagte ein Beamter der anonym bleiben wollte.

Die Schiesserei ereignete sich nahe des Chowbarji chowk und dem berühmten Anarkali Bazar – mit Korrdinaten 31°32′55N 74°18′54O. Chowbarji ist die Kreuzung an der die Qadsia Moschee, welche oft als JuDs lokales Büro dient, liegt.

Chowbarji Chowk und Qadsia Masjid

Chowbarji Chowk und Qadsia Masjid

Gegenstände die bei der Verhaftung von Raymond Davis beschlagnahmt wurden beinhalten ein hochentwickeltes Model des Garmin GPS Navigationsgerätes – desselben Typs welcher auch von US-amerikanischen Streitkräften in Afghanistan zum markieren und übermitteln von Lokalitäten und Routen, benutzt wird. Unter den markierten Zielen die auf diesem GPS Gerät gespeichert wurden befand sich auch die Qadsia Moschee in Lahore, das JuD Hauptquartier in Muridke, das Sialkot Kantonement sowie eine Anzahl ziviler und miltärischer Einrichtungen im Punjab und im Khyber Pakthunkhwa.

Ein pakistanischer TV Sender strahlte gestern Photos aus welche aus Davis Kamera stammen, auf der auch Photos von sensiblen Gebieten und Verteidigungseinrichtungen waren. Photos des strategischen „Qila Bilahisar“, des Hauptquartiers des paramilitärischen Frontier Corps in Peshawar und Bunkern der pakistanischen Armee an der Grenze zu Indien wurden ebenfalls in der Kamera gefunden.

Ebenfalls konfisziert wurde ein Satellitentelefon auf welchem er in direkter Verbindung mit Kontakten ausserhalb Pakistans gestanden haben soll. Diese Telefone sind üblicherweise sicher für vertrauliche Kommunikationen, da sie nicht lokal abgehört werden können.

Hafiz Mohammad Saeed ist der Gründer von Jama’a-ud-Dawa, einer pakistanischen Hilfsorganisation welche von Indien beschuldigt wird den Anschlag in Mumbai vom November 2008 ausgeführt zu haben. Saeed bestritt etwas mit dem Anschlag zu tun zu haben. Am 12 Oktober 2009 wies das Lahore High Court (LHC) alle Verfahren gegen Hafiz Muhammad Saeed aus Mangel an Beweisen ab und liess ihn frei.

Wie gesagt, diese Website ist die einzige Quelle für diese Informationen. Wir werden sehen, ob sich das ganze noch bestätigt oder nicht.

Jedoch scheinen in den USA die Nerven blank zu liegen. Wie ABC News (via dawn.com) berichtet, soll Obamas Sicherheitsberater den pakistanischen Botschafter in Washington, Hussain Haqqani mit der Ausweisung gedroht haben, falls Davis nicht bis Freitag freigelassen wird. Ebenso könnten US Konsulate in Pakistan geschlossen werden und ein Besuch des pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari in Washington könnte abgesagt werden, soll der Sicherheitsberater gedroht haben. Mittlerweile liegt dazu auch ein Dementi der US-Botschaft in Islamabad vor.

Advertisements