SNB Bilanz 2010 und Stabfundergebnis

Wie es einem erscheinen mag, liefert die SNB dieses Jahr eine relativ schlechte Bilanz ab – zumindest wenn man die gleichen Kriterien anlegt, wie bei einer durchschnittlichen Handelsfirma. Das ist sie natürlich nicht, denn als einziges schweizer Unternehmen kann die SNB ihr eigenes Geld drucken, welches sie dann ausgeben kann um zum Beispiel Kredite an Banken zu vergeben, Gold oder Devisen zu kaufen, etc.

Die Verluste der SNB im Jahre 2010 stammen fast ausschliesslich aus dem Devisengeschäft, denn die gekauften Währungen – vor allem Euro – waren am Jahresende tiefer zu bewerten als sie gekauft wurden. Das kann vorkommen und das kann sich auch relativ rasch wieder ändern. Geht man davon aus, dass die SNB die Devisen mit selbst gedruckten CHF gekauft hat, welche sie nicht sehr viel gekostet hat (insbesondere dann, wenn die CHF elektronisch kreiert wurden) ist die SNB real gesehen immer noch im Plus.

Ich möchte mir hier vor allem die Resultate des Stabfunds näher ansehen schon mal deshalb weil ich immer kritisch und ab und zu unbelehrbar bin.

Ein kurzer Blick zeigt, auch wenn man keine grossen Bilanzkenntnisse hat,folgendes (Zahlen sind in 100’000):

ER Stabfund 2010

ER Stabfund 2010 (Klicken um zu vergrössern)

Nummer 1: Unrealisierte Bewertungserfolg sind durch höhere Bewertung der vorhandenen Papiere – die keinen Marktwert haben, das sie nicht handelbar sind – zustande gekommen. Ich denke, dies wird mit einem besseren Marktumfeld gerechtfertigt. Ohne diese bilanztechnische Massnahme wäre der Gewinn um 1’123.8 tiefer, also ’nur‘ noch 1’458.5 hoch, aber immer noch positiv.

Nummer 2: Erfolg aus Derivaten ist nicht nur rückläufig gegenüber dem Vorjahr, in diesem Jahr resultierte sogar ein Verlust und dies trotz besserem Marktumfeld.

Nummer 3: Die Effektiverzinsung dürfte in diesem Zusammenhang mit “Ertrag (Rendite) eines Wertpapiers, der sich ergibt, wenn man den Nominalzins sowie mögliche Kursgewinne berücksichtigt”, zu definieren sein. Dies betrifft Wertpapiere, die dank besserem Marktumfeld mit einem höheren Preis verkauft werden können als im Vorjahr.
Auch diese Zahl ist mit Vorsicht zu geniessen, wenn man davon ausgeht, dass die Kursgewinne an den Aktienmärkten nicht durch die Erholung der Wirtschaft, sondern durch das billige Geld der Zentralbanken zu Stande gekommen sind und es sich folglich um eine Wertpapierblase handelt, die irgendwann mal platzen wird.

Meiner Meinung nach ist also bei der Interpretation der Zahlen des Stabfunds Vorsicht geboten und er ist noch lange nicht über den Berg.

Der Vollständigkeit halber sei hier die Stabfund Bilanz 2010 noch gezeigt:

Bilanz Stabfund 2010

Bilanz Stabfund 2010 (Klicken um zu vergrössern)

Wie man sieht hat die Substanz gegenüber dem Vorjahr um 5’012.2 abgenommen, als Erträge oder als Erfolg sind aber lediglich 2’582.5 ausgewiesen. Hhm, hhm. Bilanzspielchen?

Den vollständigen Bericht der SNB finden Sie hier.

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