Spannungen im Libanon steigen

Flagge Libanons

Flagge Libanons

Vorgängig zum 14. März an dem die Allianz des 14. März Kundgebungen geplant hat steigen im Libanon die Spannungen an. Die Allianz will den Tag zu einem historischen Ereignis machen, stösst aber mit ihrer Politik und ihren Forderungen selbst ehemalige Verbündete vor den Kopf.

So liess sich Walid Dschumblat vernehmen, dass ihn nichts mehr mit Saad Hariri verbinde – dem Sohn des im Jahre 2005 ermorderten damaligen Premierministers Rafik Hariri – ausser die Erinnerung an dessen Vater. Zudem spiele Hariri dreckige Spielchen und trage dazu bei die gefährlichen internen Gräben im Libanon zu erweitern. Saad sei auch gar nicht wie dessen Vater, meint Dschumblat, der sei eine einzigartige und zugängliche Person gewesen, der nie die Verbindungen zu Syrien und zur Hisbollah abgebrochen habe.

”Wir werden nicht an der Kundgebung vom 14. März teilnehmen, weil wir wissen, dass die Menschen verantwortungsvoll genug sind um die Teilnahme an einer Veranstaltung zu verweigern, an der Reden mit dem Ziel des Schürens von Zwist, Hass und Sektierertum gehalten werden”, meinte Berri.

Dschumblat beschuldigte die USA die syrisch-saudische Initiative behindert zu haben und ihre Position mit Hilfe der Allianz des 14. März durchzusetzen zu versuchen.

“Was will Hariri? Den designierten Premierminister Najib Miqati und die Wirtschaft zu zerbrechen und dann was?”, fragte Dschumblat. (Quelle: Al Manar-Englisch)

Ebenso meine Nabih Berri, der Sprecher des libanesischen Parlaments, dass der Block des 14. März frustriert sei über den Zusammenbruch des Kabinetts von Saad Hariri und nun nach Macht und nicht nach Gerechtigkeit strebe. Berri kritisierte den ‚Krieg‘ den die Bewegung gegen den Wiederstand und dessen Waffen begonnen habe und dass deren Kampagne gegen nationale Prinzipien und Regeln verstosse. (Quelle: Al Manar-Englisch)

Verbündet mit Hariri bleibt Amin Gemayel, der frühere Präsident Libanons. Er stellt sich auch weiterhin auf den Standpunkt, dass die Waffen des Wiederstandes das einzige Problem des Landes sei.

“Wir werden am Sonntag eine Demonstration durchführen und wir sagen, dass keine Waffen oder Drohungen uns Angst machen, denn unser Glaube ist stark und unser Durchhaltevermögen ist noch stärker”, meinte Gemayel. “Wir werden uns dem drohenden Coup der sich durch die Waffen von Hisbollah abzeichnet entgegentreten … Wir werden dafür sorgen, dass das Blut der Märtyrer der Zedernrvolution nicht umsonst vergossen wurde”. (Quelle: Al Manar-Englisch)

Das klingt einigermassen bedrohlich. Hoffen wir, das Libanon nicht wieder in einen Bürgerkrieg abrutscht. Der letzte ist noch nicht so lange her und die Auswirkungen sind noch heute zu spüren, auch wenn das Land gewaltige Fortschritte gemacht hat.

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