Auswirkungen der Verschiebung der “Erdachse“ durch das Beben in Japan

Plattenbrüche and der Ostküste Japans

Plattenbrüche and der Ostküste Japans (Klicken um zu vergrössern)

Das 8.9 Beben vom 11. März in Japan ereignete sich an der Stelle, an der sich die Pazifische Platte unter die nordamerikanische Platte schiebt. Es handelte sich dabei um ein sogenanntes Megathrust (Mega-Überschiebungs) Beben, welche besonders zerstörerisch sein können.

Gemäss der Huffington Post und Dr. Daniel McNamara, ein Seismologe des US Geological Survey (USGS) sind dabei einige Teile der japanischen Ostküste um bis zu acht Zentimeter Fuss (2.43 Meter) verschoben worden. Einige Küstenstädte hätten sich dabei auch abgesenkt, so dass sie nun permanent unter Wasser lägen.

Unter dem Meer ist ein enormes Gebiet, 217 Meilen (350 km) lang und 50 Meilen (80 km) breit vom Bruch betroffen.

Wenn sich so gewaltige Massen übereinander schieben, beeinflusst dies auch das Drehmoment des Planeten, was sich im Falle des 8.8 Bebens in Chile, welches ebenfalls ein Megathrust Beben war, gemäss NASA in einer Verkürzung des Tages um 1,26 Microsekunden ausgewirkt hat und die “Erdachse” um ca. 8 cm verschoben. Wobei zu beachten ist, das es sich dabei um das Ergebnis einer Modellrechnung handelt und (noch) nicht um eine in der Natur beobachtete Grösse.

Hört man das Wort Erdachse denkt man unwillkürlich an die Rotationsachse der Erde, d.h. um die Achse, um die sich die Erde dreht. Das Wort “Erdachse“ ist ja schliesslich ein Synonym für “Rotationsachse der Erde”. Den Presseberichten nach zu urteilen – und das war schon beim Erdbeben in Chile so – hat sich tatsächlich die Rotationsachse der Erde verschoben. Stimmt das aber auch, geht es tatsächlich um die Rotationsachse? Vermutlich nicht.

Neben der Rotationsachse (ω) gibt es noch zwei weitere Grössen, die es bei rotierenden Körpern zu beachten gilt, nämlich die Drehimpulsachse (=Achse in Richtung des Drehimpulses L) und die Figurenachse (=Symmetrieachse F). Die drei Achsen müssen nicht in die gleiche Richtung zeigen (Fig. 1).

”]Die verschiedenen Achsen der Erde

Im oben genannten Artikel sagt die NASA klar, dass es hier um die Figurenachse, d.h. die Symmetrieachse, der Erde geht. Figurenachse (F) und Rotationsachse (ω) liegen bei der Erde ca. 10 Meter auseinander, weil die Massen auf der Erdoberfläche nicht gleichmässig verteilt sind.

Im ebenfalls oben erwähnten Artikel der Huffington Post ist aber die Rede von Massenverschiebungen, dies hat aber neben Auswirkungen auf die Figurenachse (F) auch Auswirkungen auf die Drehimpulsachse (L).

Es scheint also so, als hätte sich die Figurenachse und allenfalls die Drehimpulsachse verschoben und nicht die Rotationsachse. Die Erde dreht sich also immer noch um die gleich Erdachse, einfach ein bisschen schneller.

Da sich die Erde nun seit dem Erdbeben in Chile schneller dreht ist zu vermuten, dass sich die Figuren-/Drehimpulsache um ca. 8 cm in Richtung auf die Rotationsachse verschoben hat. Im Beben von Japan soll sich die Figuren-/Drehimpulsachse um weitere 4 bis 10 cm (je nachdem wen man fragt) verschoben haben, eine entsprechende Verkürzung und Verlängerung des Tages wurde auch noch nicht postuliert. Ich gehe aber heute trotzdem etwas früher ins Bett.

[1] http://www.tat.physik.uni-tuebingen.de/~kley/lehre/ik1/background/kreisel.pdf

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6 thoughts on “Auswirkungen der Verschiebung der “Erdachse“ durch das Beben in Japan

  1. Bitte genau übersetzen: Huffinton Post schreibt: Erdbeben Japan verschiebt die Küstenlinie um 8 Feet !!! nicht cm (i.e. 2,438 m)

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  3. Frau Merkel sagte gestern mehrfach: “Nach Allem, was wir wissen, ist die Sicherheit unserer Kernkraftwerke gegeben.” Hier möchte ich Ihnen, Frau Merkel, entgegnen, dass uns genau aber das, was wir nicht wissen, solche Sorgen machen muss, dass wir uns eine solch Tot-bringende Technik nicht leisten können und wir Bürger auch nicht wollen. Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt und wollen sie ihnen heil übergeben!
    http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/03/13/kernkraftwerke-und-warum-es-ein-wiegen-in-sicherheit-nicht-geben-kann

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