Aktualisierung: Brennstäbe des Fukuschima Reaktors No. 2 zeitweise freigelegt

Aktualisierung 15.3.2011, 06:00 MEZ: Nach Explosion bei Reaktor No.2 und der darauffolgend gemessenen hohen Strahlung wird eine Beschädigung des Reaktorcontainers nicht mehr ausgeschlossen und ein Strahlungsleck befürchtet. Bewohner in einem Umkreis von 20 bis 30 km (alle inerhalb eines Umkreises bis 20 km sollten evakuiert sein) werden aufgefordert in ihren Häusern oder Wohnungen zu bleiben.

Die Strahlung um den Reaktor, gemessen am Haupteingang, lag um 07:00 JST (MEZ+8), 50 minuten nach der Explosion, bereits über dem gesetzlichen Limit bei 968.5 Microsievert und erreichte um 08:31 JST 8’217 Microsievert (Wikipedia über Strahlenbelastung). (Quelle: Kyodo)

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Wie Kyodo berichtet, waren sowohl beim Reaktor No. 1 als auch beim Reaktor No.2 der Atomanlage Fukuschima Daiichi die Brennstäbe zeitweise freigelegt, d.h. ohne Wasserkühlung. Es wird deshalb befürchtet, dass die Kernschmelze mindestens bei einem Teil der Brennstäbe stattgefunden hat.

Die Brennstäbe lagen frei weil eine Pumpe die Meerwasser in den Reaktor pumpte (um den Reaktorkern zu kühlen) der Treibstoff ausging, sagte Tokyo Electric Power Co (TEPCO). Der Wasserstand erholte sich später aber wieder und bedecken nun 30 cm des unteren Teils der Brennstäbe, ist aber gemäss dem Artikel bereits wieder gefallen, weil nur eine der insgesamt fünf Wasserpumpen in Betrieb ist. Die anderen vier werden nicht benutzt, da sie vermutlich – so zumindest die Befürchtung – bei der Explosion des Reaktorgebäudes No. 3 von heute Morgen beschädigt wurden.

Das muss man sich vorstellen: Das 8.9 Beben überstehen alle Reaktoren und fahren automatisch herunter. Die Not-Generatoren funktionieren eine Stunde lang problemlos, bis der Tsunami sie überschwemmt. Nun funktionieren die Generatoren – oder zumindest wurde die Stromversorgung wieder hergestellt – aber dafür fallen die Wasserpumpen aus, entweder weil kein Treibstoff mehr vorhanden ist, oder weil sie durch eine Explosion unbrauchbar geworden sind.

Ist das jetzt noch ein technisches Problem der Kernenergie oder ein organisatorisches Problem der Betreiber? Bringt den Leuten Treibstoff, Generatoren und Pumpen! (Quelle: Kyodo-Englisch)

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