Grossdemonstration in Bahrain geplant – trotz Kriegsrecht

Demonstration in Bahrain

Demonstration in Bahrain

Für heute Freitag nach dem Freitagsgebet, welches gegen 11:45 Ortszeit (9:45 MEZ) stattfindet, ist in Manama eine Grossdemonstration angesetzt zu der hunderttausende Teilnehmer erwartet werden.

Trotz dem vom Al Chalifa Herrscherhaus ausgerufenen Kriegsrecht wollen Bahrainis einen ‚Tag des Zorns‘ abhalten. Unter anderem sollen am Flughafen, beim königlichen Hof, beim  Safriya Palast und beim Salmanija Krankenhaus Demonstrationen stattfinden.

Friedlich demonstrieren ist in Bahrain lebensgefährlich. Seit Beginn der Demonstrationen Mitte Februar sind mindestens 24 Bahrainis getötet worden, etwa 100 werden vermisst und um die 1’000 wurden verletzt. Zwei der Vermissten/Entführten wurden tot aufgefunden einer wurde  zuvor gefoltert.
Den mit Bildern seiner Verletzungen dokumentieren Fall von Adbul Rasul Hujairi finden Sie hier. Den ebenfalls mit Bildern dokumentieren Fall von Aklas Miah, einem Bangladeschi der schon seit 31 Jahren in Bahrain lebt, finden Sie hier.

Kerzenlicht-Marsch für Issa Abali Rabih

Kerzenlicht-Marsch für Issa Abali Rabih

Ebenfalls tot aufgefunden wurde Issa Abdali Rabih. Er wurde seit Anfang Woche vermisst, als die Sicherheitskräfte eine Demonstration gewaltsam auflösten. Bilder des Kerzenlicht-Marsches finden Sie hier.

Unter den Opfern ist auch eine Frau. Bahiya al-Aradi erlag den Verletzungen, die ihr durch einen Genickschuss zugefügt wurden. Bilder der Prozession anlässlich ihrer Beerdigung finden Sie hier.

Angesichts dieser dokumentierten Fälle – und es gibt noch mehr – muss man die Frage stellen, warum es der Westen so eilig hatte in Libyen auf Grund von unbestätigten Gerüchten einzugreifen, während er in Bahrain trotz den dokumentierten Fällen von Menschenrechtsverletzungen absolut gar nichts unternimmt.

Zweifel daran, dass die Intervention in Libyen aus ‚humanitären‘ Gründen stattfinden, mögen erlaubt sein. Wäre dem so, dann müsste die moralische Entrüstung des Westens in Bahrain ebenso gross sein. Ist sie aber nicht.

Notiz am Rande: Gerüchten zufolge soll die Herrscherfamilie Bahrains mehr als 40 Milliarden Dollar auf Konten bei schweizer Banken (namentlich genannt wird die Bank Sarasin) transferiert haben. Natürlich unter falschem Namen. (Quelle: ABNA-Englisch)

Die Bank Sarasin hat seit dem 24.08.2010 in Bahrain tatsächlich eine Niederlassung. Man müsste sich fragen, ob der Transfer in dem die Herkunft des Geldes verschleiert wird, nicht gegen das Geldwäschereigesetz verstossen würde. Aber die sauberen schweizer Banken tun so etwas bestimmt nicht.

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