Guatemala und die medizinischen Versuche der USA

Nun, da wir wieder von den USA hören, sie setze sich weltweit für Menschenrechte, muss man sich einmal mehr die Realität vor Augen führen. Am besten mit Hilfe eines Beispiels:

In den Jahren 1946-48 wurden in Guatemala hunderte Guatemalteken, genau waren es 696, ohne ihr Wissen oder ihr Einverständnis von US Militärärzten wissentlich und willentlich wie Syphilis und Gonorrhö infiziert. Dies geschah im Rahmen eines medizinischen Forschungsprogrammes.

Ein Drittel der Versuchsobjekte, unter denen auch Soldaten, Häftlinge und Insassen von psychiatrischen Kliniken waren, erhielten nie eine angemessenen medizinische Behandlung. Einige der Opfer haben noch heute medizinische Probleme oder haben Krankheiten an ihre Partner weitergegeben oder an Nachkommen vererbt. (Quelle: Cubadebate-Spanisch)Ob die Versuche wirklich dazu dienten, die Wirksamkeit von Penizillin zu testen, kann zumindest bezweifelt werden, denn wie Dr. Reverby in ihrer Studie schreibt (Seite 15):

Jedem der Infizierten wurde Penizillin verabreicht und als ‚geheilt‘ eingestuft, jedoch scheinen keine Nachfolgeuntersuchungen stattgefunden zu haben um dies auch zu bestätigen

 

Der Fall war im Oktober 2010 sehr kurz in der Presse, z.B. auf BBC, CNN, FAZ, Handelsblatt um nur einige zu nennen. Lesen Sie dazu auch den Beitrag der Wiener Zeitung vom März dieses Jahres.

Die Reaktion der US-Behörden bei bekannt werden: Die US Aussenministerin Hillary Clinton sagt, sie sei ’schockiert,schockiert,schockiert‘ ob dieser ‚unethischen‘ und ‚verwerflichen‘ Experimente und Präsident Barack Obama entschuldigt sich in einem kurzen Telefongespräch bei der guatemaltekischen Regierung, die damals eingeweiht gewesen zu sein schien.
Entschuldigt hat man sich nicht bei den noch lebenden Opfern und von Entschädigung und Wiedergutmachung – soweit eine solche möglich ist – war bisher nie die Rede. Es wurde aber eine Untersuchung versprochen, passiert ist bisher allerdings nichts.

Das ist so die Reaktion im Stile von ‚Ach ja, da war mal was. Sorry, schönen Tag noch‘. Echte und aufrichtige Reue sieht anders aus.

Die Affäre wurde durch ein Forschungsprojekt von Professorin Susan Reverby vom Wellesley College aufgedeckt, als sie auf Belege für diese unethischen Versuche an Menschen stiess. Das Dokument von Susan Reverby finden Sie nachfolgend:

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