Voyager 1 und 2 auf dem Weg das Sonnensystem zu verlassen

Die Voyagersonden verlassen das Sonnensystem (Klicken um zu vergrössern)

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Am 20. August 1977 und 5. September 1977 sind Voyager 2 bzw. Voyager 1 zu ihrer Reise gestartet. Heute, mehr als dreiunddreissig Jahre später funktionieren sie immer noch.

In der Zwischenzeit haben sie über 17 Milliarden Kilometer zurückgelegt und nähern sich nun dem Rand unseres Sonnensystems.

Seit Dezember 2010 befindet sich Voyager 1 in der sogenannten Sonnenhülle (oder Heliosheath), eine Zone in der die Geschwindigkeit des Sonnenwindes bei nahezu Null liegt.

Unsere Sonne gibt ständig geladene Teilchen ab, welche eine Blase, die sogenannte Heliosphäre formen. Diese Teilchen reisen mit Überschallgeschwindigkeit bis sie eine Schockwelle, die Terminationsschock genannt wird, erreichen. Dort verlangsamt sich der Solarwind dramatisch und heizt das Heliosheath auf.

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Lehren aus Fukuschima – Was?

Katastrophe vorbei, weitermachen! So könnte man in etwa die Nachrichten aus Japan zusammenfassen. Das merken wir an den Nachrichten die uns von dort erreichen: Die Lehren, die aus den (beinahe) Supergau gezogen werden, sind gleich null.

Erstes Beispiel: Wenn die Strahlungslimiten für die Arbeiter erreicht wurden, hebe man die Limiten einfach auf:

Das Gesundheitsministerium plant die jährlich Strahlendosis, die für Arbeiter in Kernenergieanlagen zulässig ist in normalen Zeiten vorübergehend aufzuheben um genügend Arbeiter für den Unterhalt und die Kontrolle der anderen Nuklearanlagen zur Verfügung zu haben.

Zweites Beispiel: Man nehme den gefährlichsten Reaktor wieder online

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Europäische Kommission untersucht Markt für Credit Default Swaps

Die Meldung ist von gestern, ging aber in der Presse unter. Die Europäische Kommission untersucht den Markt für Credit Default Swaps. Aus dem Press Release:

Die Europäische Kommission hat im Bereich Credit Default Swaps zwei kartellrechtliche Prüfverfahren eingeleitet. Credit Default Swaps oder CDS sind Finanzinstrumente, die Anleger vor dem Risiko schützen sollen, dass ein Unternehmen oder ein Staat, in das bzw. den sie investiert haben, fällige Zahlungen nicht leistet. CDS sind auch Gegenstand spekulativer Geschäfte. Im ersten Verfahren prüft die Kommission, ob 16 Investmentbanken und Markit, der führende Anbieter von Finanzinformationen auf dem CDS‑Markt, verbotene Absprachen getroffen haben und/oder eine marktbeherrschende Stellung innehaben bzw. missbrauchen, um Finanzinformationen über CDS zu kontrollieren. Ein solches Verhalten würde im Falle des Nachweises gegen die Kartellvorschriften der EU verstoßen. Im zweiten Verfahren ermittelt die Kommission gegen neun dieser Banken sowie ICE Clear Europe als führender Clearing-Stelle für CDS. Geprüft werden soll insbesondere, ob die Vorzugssätze, die ICE den neun Banken einräumt, diese an das ICE‑System binden und dadurch andere Wettbewerber benachteiligen. Die Einleitung der Verfahren bedeutet, dass die Kommission diesen Fällen Priorität einräumt.

Die 16 im ersten Verfahren  betroffen Banken sind (Hervorhebungen sind von mir): Weiterlesen

Strahlungsdaten im Meer vor Fukuschima Daiichi – 27. April 2011

Die sind die neuesten Messdaten der Strahlung im Meer vor Fukuschima Daiichi. Anscheinend wird an den meisten Messstellen kaum mehr Radioaktivität gemessen. Dafür dürfte vor allem die Strömung verantwortlich sein. Immerhin fliesst kein oder kaum mehr radioaktives Wasser ins Meer.

In Fischen – ausser bei Sandalen – sei bisher keine Strahlenbelastung, welche die gesetzlichen Limiten überschreite, gemessen worden.

IAEA: Syrien versuchte Atomreaktor zu bauen

Wir lesen heute in der pakistanischen Zeitung Dawn folgende AP Meldung:

Der Leiter der International Atomic Energy Agency sagte zum ersten Mal, dass es sich beim Ziel das von israelischen Kampfflugzeugen im Jahre 2007 zerstört wurde um die geheime Baustelle eines Kernreaktors handelte und damit Behauptungen Syriens es habe nie solche Pläne gehabt wiederlegte.

Ältere Berichte der IAEA haben bereits Vermutungen darüber enthalten, bei den Strukturen könnte es sich um einen Kernreaktor gehandelt haben. Jedoch sind die Bemerkungen von Yukiya Amano, des IAEA Leiters, vom Donnerstag das erste Mal, dass die Agentur dies explizit und eindeutig behauptet.

Mit der Übernahme der Position der USA, welche schon vor drei Jahren behaupteten, dass es sich bei dem bombardierten Ziel um einen Kernreaktor gehandelt habe, könnte der Druck auf Syrien erhöht werden mehr Informationen über seine Aktivitäten im Kernenergiebereich offenzulegen.

(Quelle: Dawn.com-Englisch)

Na, das ist wohl kaum ein Zufall, dass dies gerade jetzt wieder aufgewärmt wird und die IAEA die Position der USA einfach so übernimmt – ohne das augenscheinlich neue Erkenntnisse vorliegen.

Die Geschichte ging damals etwa so (Washington Post):

Die Entscheidung Israels Syrien am 6. September [2007] anzugreifen und eine vermutete Installation für Kernenergie zu bombardieren, die Syrien offenbar in Zusammenarbeit mit Nord Korea erstellte, wurde gefasst nachdem Israel nachrichtendienstliche Daten mit Präsident Bush geteilt hatte, die andeuteten, dass Nordkoreanisches Personal sich in Syrien aufhalte.

(Quelle: Washington Post-Englisch)

Die Operation hiess damals Operation Orchard und folgendes Vorher-Nachher Bild der ‚Nuklearınstallion/Kernreaktors/Kernirgendwas) wurde geliefert:

Angeblicher syrischer 'Reaktor' zerstört durch Israel

Angeblicher syrischer 'Reaktor' zerstört durch Israel

Man muss wohl kein Nachrichtendienst-Profi sein um die Bilder bezüglich Glaubwürdikeit mit mehreren Fragezeichen zu versehen. Wurden die Bilder überhaupt in Syrien gemacht, zeigt es wirklich das selbe Gebäude (siehe am oberen Bildrand) und diente das Gebäude wirklich irgendwelchen Nuklearen Zielen?

Wir sollen hier wohl einfach den USA und ihren Geheimdiensterkenntnissen vertrauen und einfach glauben, dass dies so gewesen sei. Dazu kann ich mich leider nicht mehr überwinden. Nach den Lügen, die die USA täglich auftischen, muss man zwansläufig skeptischer werden.

Offenbar soll hier eine Interventionsgrundlage geschaffen werden: Massenvernichtungswaffen im Irak (äh Syrien), unterstützt den Terrorismus, etc. Das hatten wir doch schon mehrere Male.

Bahrain: Vier Demonstranten zum Tode verurteilt

Die vier zum Tode und drei zu lebenslnager Haft Verurteilten

Die vier zum Tode und drei zu lebenslnager Haft Verurteilten

Gestern wurden in Bahrain von einem Militärgericht 4 anti-Regierungsdemonstranten zum Tode und 3 zu lebenslanger Haft verurteilt, die angeblich zwei Polizisten getötet haben sollen. Die sieben wurden am Donnerstag hinter verschlossenen Türen verurteilt, sie behaupten ihre Unschuld.

Die Namen der zum Tode Verurteilten:

1 – Saeed Abdul Jalil
2 – Abdul Aziz Abdul Redha
3 – Qasim Hassan Mattar
4 – Ali alNakis

Die Namen der zu lebenslanger Haft Verurteilten:

1 – Sayed Sadiq
2 – Hussein Jaafar
3 – Isa Abdullah

(Quelle: ABNA-Englisch)

Amnesty International hat das Verfahren bereits als unfaires Verfahren beurteilt, da die Angeklagten als Zivilisten vor ein Militärgericht gestellt und die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Zudem hätten die Verurteilten keine Möglichkeit das Urteil anzufechten ausser bei einem anderen Militärgericht. (Quelle: Bahrain Center for Human Rights-Englisch)

Ali Isa Seqar der in Polizeigewahrsam gestorben ist (Klicken um zu vergrössern)

Ali Isa Seqar der in Polizeigewahrsam gestorben ist (Klicken um zu vergrössern)

Ebenfalls am Donnerstag zeigt Bahrain TV ‚Geständnisse‘ der Angeschuldigten. Einer der Angeschuldigten, Ali Isa Saqer, starb am 9. April in Polizeigewahrsam und wurde offensichtlich gefoltert, wie auch Human Rights Watch, welche den Leichnam sahen, bestätigt. (Quelle: Bahrain Center for Human Rights-Englisch)

Das Video mit ‚Geständnis‘ finden Sie hier.

Wenn das Geständnis echt ist, sind die vier wohl unschuldig, den Ali Isa Saqer gibt zu, zwei Polizisten überfahren zu haben. Ob er das ‚Geständnis‘ allerdings unter Folter abgelegt hat und etwas zugegeben hat, dass er nicht getan hat, werden wir von ihm allerdings nicht mehr in Erfahrung bringen können. Er wurde vorsorglich mal beseitigt.

Apples Brief an die Abgeordneten Ed Markey und Joe Barton

Die beiden Abgeordneten des U.S. Repräsentantenhauses Ed Markey (D-Mass) und Joe Barton (R-Texas) schrieben vor einigen Tagen einen Brief an Apple in dem sie Auskunft verlangten über allfällige Daten, die Apple über ihre Benutzer sammelt.

Den Originalbrief der beiden finden Sie hier.

Die Antwort von Apple in Kurzform:

  • Ja, wir sammeln GPS,  Wi-Fi Daten, Diagnostische Daten und Funkmasteninformationen (des Mobilanbieters) aber die Nutzer haben dem zugestimmt (siehe AGB);
  • Die Benutzer können dies jederzeit ausschalten, jedoch könnte einiges dann nicht mehr funktionieren (z.B. MobileMe und andere Standort-basierte Anwendungen);
  • Betrifft iPhone 3G, iPhone 3GS, iPhone 4, iPad Wi-fi + 3G und in limitierter Form ältere iPhone Modelle, iPad Wi-Fi, iPod Touch, Mac Computer mit dem Betriebssystem Snow Leopard, sowie Windows und Mac Computer mit Safari 5 installiert;
  • GPS Daten werden alle 12 Stunden via eine sichere Wi-Fi Internet Verbindung (falls vorhanden) und verschlüsselt an Apple übermittelt. Eine Zufallszahl wird angehängt, die alle 24 Stunden neu generiert wird; und
  • Die GPS Daten werden anonym erfasst. Kein Rückschluss auf ein bestimmtes Gerät oder Benutzer möglich. Die GPS Informationen werden in einer Datenbank abgelegt, die nur Apple zugänglich ist. (Aha, wollen wir das glauben?)

Die vollständige Antwort von Apple finden Sie anbei, äusserst lesenswert, wie ich finde.

Anmerkung: Wie das WSJ meldete macht Google etwas ähnliches. Anscheinend aber auch Microsoft.