Benachbarte erloschene Vulkane auf dem Mars

Überblick über die Tharsis Region

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Neue Bilder von ESAs Mars Express Sonde zeigen die zwei benachbarte erloschenen Vulkane, Ceraunius Tholus und Uranius Tholus, die in der Tharsis Region, in der nördlichen Hemisphäre des Roten Planeten, liegen.

Gemäss der ESA wurden die Bilder aus Daten gewonnen, die während dreier Umrundungen zwischen November 2004 und Juni 2006 gesammelt wurden und zeigen permanente sowie vorübergehende Strukturen.

Die permanenten Strukturen, das heisst die erloschenen Vulkane, änderten sich während der Umläufe nicht, jedoch photographierte Mars Express bei seinem zweiten Umlauf eisige Wolken, die am Gipfel des Ceraunius Tholus vorbei zogen. Das erklärt die scharfen Kanten des Wolkenfeldes.

Die Basis von Ceraunius Tholus (tholus=konischer Dom) hat einen Durchmesser von 130 Kilometern und der Gipfel erhebt sich 5,5 Kilometer über die Umgebung. Auf dem Gipfel befindet sich eine grosse Caldera mit 25 Kilometern Durchmesser.

Uranius Tholus liegt ca. 60 Kilometer nördlich von Ceraunius Tholus hat eine ähnliche Morphologie wie jener, ist aber mit 62 Kilometern Basisdurchmesser kleiner als sein Nachbar.

Bild von Ceraunius und Uranius Tholus

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Die Flanken von Ceraunius Tholus sind mit 8° sehr steil und sind mit Tälern übersät, die an vielen Stellen tief einschneiden, was darauf hinweist, dass sich dort weiches und leicht erodierendes Material, wie zum Beispiel Asche von den Vulkanausbrüchen, befand.

Das grösste und tiefste dieser Täler ist 3,5 Kilometer breit und 300 Meter tief und endet in einem länglichen Einschlagskrater, der zwischen den beiden Vulkanen liegt aber sonst mit ihnen Vulkan in keiner Beziehung steht. So ist ein faszinierende Fächerform entstanden, schreibt die ESA.

Wie sich der Fächer formte ist in wissenschaftlichen Kreisen umstritten. Er könnte von Lava oder von Wasser herrühren.

Der Krater auf dem Gipfel – die Caldera – ist flach und glatt, was darauf hindeuten könnte, dass er einst, in der frühen Geschichte des Mars, als die Atmosphäre dichter war,  voller Wasser gewesen sein könnte.

Ceraunius und Uranius Tholus mit Farben, die den Höhenunterschied sichtbar machen

Ceraunius und Uranius Tholus mit Farben, die den Höhenunterschied sichtbar machen

Der längliche Einschlagskrater zwischen den Vulkanen heisst Rahe und misst 35 auf 18 Kilometer und ist das Resultat eines schrägen Einschlags eines Meteoriten.

Den Original-Artikel mit weiteren Informationen und zusätzlichem Bildmaterial finden sie auf der ESA-Webiste.

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