Kopten und ‘Muslime’ geraten in Kairo aneinander

Das ägyptische Kabinett traf sich am Sonntag zu einer Krisensitzung nachdem gestern bei Zusammenstössen zwischen Kopten und ‘Muslimen’ 10 Menschen ums Leben kamen und mindestens 180 verletzt wurden. Auf zwei Kirchen wurden Brandanschläge verübt. Die Armee hat bisher im Zusammenhang mit dem Gewaltausbruch 190 Personen verhaftet.

Die Zusammenstösse fanden in Imbaba statt, einem armen, überbevölkerten Stadteil von Kairo. Die beiden Seiten gerieten aneinander, nachdem ‘Muslime’ die koptische Saint Mena Kirche angriffen um ‘eine Christin zu befreien, die dort gegen ihren Willen festgehalten wurde, weil sie zum Islam übertreten wollte’.

Der ägyptische Mufti – der für die Regierung die islamischen Gesetze auslegt – hat die Unruhen verurteilt und sagte, diese “gefährden die nationale Sicherheit Ägyptens” und meinte, die Unruhen seien nicht von “religiösen Menschen, ob Christen oder Muslime, die ihre Religion verstehen” verursacht worden.

In der letzten Zeit kam es vermehrt zu Zusammenstössen zwischen Muslimen und Kopten, da die Salafis – eine puritanische Islamistische Sekte – zunehmend öffentlich Präsenz zeigen.

(Quelle: Maan News-Englisch)

Der Guardian spricht von sechs toten Muslimen und drei toten Christen und meint ägyptische Medien beschrieben die Angreifer als Salafis, eine streng fundamentalistische Sekte, die oft Verbindungen zu Saudi Arabien hätten und die vermehrt auftreten seit die Sicherheit weniger repressiv sei. Viele glaubten, dass Elemente des ehemaligen Mubarak Regimes und seiner inzwischen verbotenen Partei NDP die Salafis unterstützten.

(Quelle: Guardian-Englisch)

Die BBC schrieb einen guten Artikel über die zunehmende Erstarkung der Salafis in Ägypten. Sie finden ihn hier.

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