Die Inflationserwartungen der SNB und der BIS

Im Quarterly Bulletin vom März der SNB  liest man folgendes (Hervorhebung von mir):

The Swiss National Bank (SNB) is maintaining its expansionary monetary policy. It is leaving the target range for the three-month Libor rate unchanged at 0.0–0.75%, and intends to keep the Libor within the lower part of the target range at around 0.25%.

Global economic developments, especially in the US and Asia, have been somewhat more dynamic than the SNB had expected in December. Despite the continued strength of the Swiss franc, the Swiss economy also grew more vigorously in the fourth quarter of 2010 than anticipated. Positive business expectations suggest favourable developments in the economy in the coming months, even though stagnating goods exports indicate that growth will slow during the course of the year. For 2011, the SNB expects Swiss GDP to advance by approxi- mately 2%.

With the strengthening of the global economic recovery, the prospects for Switzerland’s economy have improved since the last quarter. However, continuing debt problems in Europe and the possible dampening effects of high oil prices on economic activity pose considerable downside risks. In addition, the consequences of the earthquake catastrophe in Japan are, at this stage, difficult to assess. At the same time, geopolitical tensions and rising commodity and food prices lead to upside risks to inflation across the globe. Survey data show however that inflation expectations in Switzerland remain stable.

Grafisch sieht die Inflationserwartung der SNB so aus:

Grafik 1 - Inflationsvorhersage der SNB, Stand Ende März 2011 (Klicken zum vergrössern)

Grafik 1 - Inflationsvorhersage der SNB, Stand Ende März 2011 (Klicken zum vergrössern)

Man rechnet offenbar bei der SNB ab 2012 mit einem kontinuierlichen Anstieg der Inflation in der Schweiz.
Das passt auch ganz gut mit den Angaben der BIS zu der Inflation in den USA, der EU und dem Vereinigten Königreich:

Grafik 2 - BIS Inflationsmessungen (Klicken zum vergrössern)

Grafik 2 - BIS Inflationsmessungen (Klicken zum vergrössern)

Man kann die beiden Grafiken allerdings nicht direkt vergleichen, denn diejenige der SNB gibt absolute Werte für die Inflation an, während die Grafik der BIS relative Werte angibt. Year-on-Year bedeutet, dass die Angaben für eine bestimmte Periode auf dieselbe Periode des Vorjahres bezogen werden.

Wir sehen aber immerhin, dass die BIS für 2010 in den USA, der EU, und dem VK steigende Inflation gemessen hat, während die SNB im gleichen Zeitraum sinkende Inflation gemessen hat.

Die Inflationserwartungen der BIS ergiben sich aus Grafik 3. Die Preise von Inflation Swaps sind zwischen Dezember und März gestiegen.

Mit Inflation Swaps kann man das Risiko von Inflation auf eine andere Partei übertragen. Das hat natürlich seinen Preis, welcher von der Erwartung der Vertragsparteien von Inflation abhängen. Steigende Preise bedeuten steigende Inflationserwartung.

Grafik 3 - Preis für Inflation Swaps sind gestigen (Klicken um zu vergrössern)

Grafik 3 - Preis für Inflation Swaps sind gestigen (Klicken um zu vergrössern)

Wir sehen, dass sowohl die SNB als auch die BIS steigenden Inflation erwarten. Ein Treiber für die Inflation waren (und sind) nach der SNB und der BIS die Preise für Commodities (Rohwaren):

Grafik 4 - Gemessene Preise der Rohwaren (Commodities) (Klicken zum vergrössern)

Grafik 4 - Gemessene Preise der Rohwaren (Commodities) (Klicken zum vergrössern)

Das Leben wir wohl teurer werden. Jedenfalls kann man sagen, dass der starke Franken sich auch positiv auswirkt  – nämlich in dem er bisher die Inflation in der Schweiz bremste.

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