Motorschiff Bulgaria wegen falscher Handhabung durch den Betreiber gesunken?

Das gesunkene Passagierschiff MS Bulgaria

Das gesunkene Passagierschiff MS Bulgaria

Das Schiff war unterwegs von Bolgar nach Kasan und hatte 207 Menschen an Bord, inklusive 25 nicht-Registrierte. 60 der Passagiere waren Kinder – 36 davon hatten das gleiche Geburtsdatum: 30.12.1999, weil sie beim boarding keinen Pass vorweisen konnten.

Bisher wurden 79 Menschen gerettet. Nach RIA Novosti haben Taucher bisher 50 Leichen aus dem Wrack auf dem Boder der Wolga geborgen.

Nach Meinung von Feodor Schwalow,  Direktor von OAO Wolga-Don Schiffahrtsgesellschaft, ist nicht das Alter des Schiffes für die Katastrophe verantwortlich zu machen, sondern dessen inkorrekte Handhabung. “Wir haben diesen Typ Schiff selbst genutzt. Bei korrekter Handhabung ist es ein normaler Dampfer. Bei inkorrekter Handhabung ist er wie eine Atombombe”, so Schwalow zu Reportern.

Nach Schwalow könnte das Schiff überladen gewesen sein, so dass die Distanz zwischen Wasseroberfläche und Fenster kritisch wurde, wenn sich das Schiff aufgrund eines Sturms im Wasser schlingert und einige Fenster geöffnet sind, könnte so Wasser eingedrungen sein, was das Schiff zum Kentern gebracht haben könnte.

Nach ihm ist dies die Wahrscheinlichste Variante. Es ist allerdings auch reine Spekulation. Über den Hergang und die Ursache des Unfalls gibt es bisher nur wenige gesicherte Informationen.

Einige technische Daten der Bulgaria:

Deckschema der Bulgaria

Deckschema der Bulgaria

Baujahr: 1955

Länge: 78 m

Breite: 12.2 m

Tiefgang: 1.9 m

Verdrängung: 774 Tonnen

Max. Anzahl Passagiere: 233

Max. Geschwindigkeit 20,5 km/h

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2 Gedanken zu „Motorschiff Bulgaria wegen falscher Handhabung durch den Betreiber gesunken?

  1. Überladen? – So ein Schwachsinn.
    Es handelt sich hierbei um ein ganz normales Kabinenschiff und nicht um irgendeine Nussschale.
    Schiffe wie dieses sinken nicht, nur weil 20 oder 30 Personen mehr an Bord sind.

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    • Die Überladung alleine wohl nicht, aber nur wenig über der Wasseroberfläche befinden sich Bullaugen, die sich öffnen lassen (siehe Bild).
      Schwalow meint nun, wenn während des Sturms zu viele dieser Bullaugen offen waren, könnte der Abstand zum Wasser zu klein gewesen und Wasser eingedrungen sein, wenn das Schiff wegen der Wellen rollt/schlingert/kippt.
      Trotzdem bleibt es Spekulation und wir werden wohl die Informationen abwarten müssen. Allerdings gibt es Augenzeugenberichte, welche in diese Richtung gehen:
      http://www.ria.ru/video/20110713/400887602.html (Russisch – Google Translations hilft)

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