Die Klassifikation von Sonneneruptionen

Eine Sonneneruption ist im Grunde eine Explosion auf der Sonne die dann eintritt, wenn die Energie in den verschlungenen magnetischen Feldern plötzlich freigesetzt wird.

Sonneneruptionen finden meist über Sonnenflecken statt und produzieren Strahlung quer durch das ganze elektromagnetische Spektrum, von Radiowellen über Röntgenstrahlung bis hin zu Gammastrahlung (siehe Grafik 1).

Grafik 1 - Das elektromagnetische Spektrum

Grafik 1 - Das elektromagnetische Spektrum

Wissenschaftler klassifizieren Sonneneruptionen nach ihrer Helligkeit im Röntgenbereich der Wellenlängen  1 bis 8 Å (Ångström). Dabei entspricht 1 Å 10-10m oder 0.1 nm (Nanometer).

Es gibt Kategorien: X-Klasse, M-Klasse und C-Klasse. Anmerkung (1.9.2011): Es gibt noch zwei weitere Klassen, A und B, welche aber zu schwach sind um auf der Erde Auswirkungen zu zeitigen. Trotzdem können auch Eruptionen aus diesen Klassen interessante Eruptionen verursachen.

Die Sonneneruptionen der X-Klasse sind dabei mächtig Ereignisse, die zu lang anhaltenden Magnetstürmen und planetaren Radioausfällen führen können.

Die Sonneneruptionen der M-Klasse sind von mittlerer Grösse, kurze Radioausfälle in den Polarregionen der Erde sind möglich. Eruptionen der M-Klasse führen manchmal zu kleineren Magnetstürmen.

Die Sonneneruptionen der C-Klasse sind kleine Ereignisse, die kaum zu merkbaren Konsequenzen auf der Erde führen.

Jede Kategorie weist eine weitere 9-stufige Unterteilung von 1 bis 9 auf. Dies ist der sogenannte planetare K Index (oder Kp-Index).

Grafik 2 zeigt eine Serie von Sonneneruptionen welche von NOAA-Satelliten im Juli 2000 gemessen wurden:

Serie von Sonneneruptionen im Juli 2000, gemessen von NOAA Satelliten

Serie von Sonneneruptionen im Juli 2000, gemessen von NOAA Satelliten

Wir sehen die Sonneneruptionen der Stärke X2, M5 und X6. Dabei ist die X6 Erruption das sogenannte Bastille-Tag Ereignis. Das wurde vom SOHO Satelliten so aufgezeichnet:

X6 Sonneneruption vom 14.7.2000 aufgenommen von SOHO

X6 Sonneneruption vom 14.7.2000 aufgenommen von SOHO

Anstelle der Kp-Index Klassifizierung kann man auch die G-Klassifizierung der NOAA finden. Folgendes Dokument erklärt den Zusammenhang zwischen Kp- und G-Index und die Dauer und Schwere dieser Ereignisse:

Die bei Sonneneruptionen freigesetzte Energie liegt typischerweise in der Grössenordnung 1027 Erg/s. Bei grossen Eruptionen kann die Energie auch bei 1032 Erg/s liegen. Das ist mehr als 10 Millionen mal mehr Energie, als bei typischen vulkanischen Eruptionen freigesetzt wird, aber lediglich ein-Zehntel der totalen Energie, welche die Sonne per Sekunde generiert.

(Quelle: Space Weather-English, NASA-English)

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