Was sind SNB Bills?

In den letzten Wochen hat die SNB die Girokonti welche die Banken bei ihr halten erhöht und hat heute eine weitere Ankündigung veröffentlicht zur weiteren Erhöhung der Girokonti von 120 auf 200 Milliarden.

Wie Girokonti, auch Sichtguthaben genannt, funktionieren, lesen Sie bitte in einem früheren Post auf Nullpunktfeld: ‚Sichtguthaben bei der SNB und ihr Einfluss auf die Geldmenge‘.

Die Erhöhung der Girokonti soll durch den Kauf von sogenannten SNB Bills erfolgen. Wie aber funktioniert das?

SNB Bills sind nach dem SNB Glossar:

Die SNB kann im Rahmen des ordentlichen geldpolitischen Instrumentariums eigene Schuldverschreibungen in Franken und Fremdwährungen emittieren. Die Schuldverschreibungen in Franken (SNB Bills) dienen zur Abschöpfung von Liquidität und ermöglichen dadurch eine flexiblere Steuerung der Giroguthaben. Die Schuldverschreibungen in US-Dollar (SNB USD Bills) dienen zur Erhöhung der Fremdwährungsreserven und zur Finanzierung des Darlehens der SNB an die Zweckgesellschaft SNB StabFund.

SNB Bills sind also Schuldverschreibungen, auch Anleihen genannt, in Schweizer Franken der SNB mit denen die Giroguthaben, und damit die Geldmenge M1 (Giroguthaben sind Teil der Geldmenge M1 direkt und M3 indirekt) gesteuert wird.

Da die SNB wie Anleihen funktionieren, haben sie auch eine zum vornherein festgelegte Laufzeit. Es gibt SNB Bills mit unterschiedlichen Laufzeiten von 28, 84 168 und 336 Tagen.

Der Emissionspreis wird pro Emission von der SNB festgelegt.

Die Stückelung liegt bei 1 Mio CHF

Die Verzinsung erfolgt auf Diskontbasis, d.h. es wird weniger als der Nominalbetrag bezahlt. Am Tag der Rückzahlung wird der Nominalbetrag (abzüglich allfälliger Verrechnungssteuern) bezahlt.

Die SNB Bills werden entweder in offenen Auktionen vergeben oder privat platziert. Bei offenen Auktionen sind die Emissionsbedingungen für alle gleich – bei privaten Auktionen werden die Emissionsbedingungen bilateral festgelegt.

Sie finden die Details zu den Emissionsbedingungen im Dokument ‚SNB Bills – Emissionsbedingungen‚ (pdf).

Anbei finden Sie einen Auszug aus der Liste der von der SNB emittierten SNB Bills Stand 17.8.2011 (Grafik 1, Klicken um zu vergrössern):

Grafik 1 - Emittierte SNB Bills, Stand 2.8.2011 (Quelle SNB)

Grafik 1 - Emittierte SNB Bills, Stand 2.8.2011 (Quelle SNB)

Die vollständige Emissionsliste finden Sie hier (pdf).

Denkt die SNB, es sei zu viel Liquidität im Markt emittiert sie SNB Bills, welche von den Banken gekauft werden. Die Banken zahlen dafür mit Geld von ihrem Girokonto – welches dabei um den entsprechenden Betrag schrumpft. Natürlich muss das Girokonto auch nach dem Kauf noch die Mindestreservevorschriften erfüllen.

In dieser Aktion wird also Geld von der Geldmenge M1 (Girokonti) in Wertpapiere (Anleihen) umgeschichtet. Wertpapiere sind zwar auch Geld, gehören aber nicht zur Geldmenge. Die Geldmenge schrumpft also.

Gelangt die SNB zur Überzeugung, es sei zu wenig Liquidität im Markt, so kauft sie bereits emittierte SNB Bills – vorzeitig – von den Banken zurück, oder emittiert keine – oder weniger neue – SNB Bills. Der entsprechende Betrag wird dem Girokonto der Bank gut geschrieben – welches dabei um den entsprechenden Betrag wächst.

Das Geld wird somit wieder von Wertpapieren zurück in die Geldmenge M1 umgeschichtet, die Geldmenge dehnt sich aus.

Geld gedruckt, wie man landläufig zu sagen pflegt, wird in dieser Aktion meiner Meinung nach nicht – es wird lediglich im Gesamtsystem umgeschichtet.

Das Geld drucken geschieht dann – unter Umständen – bei den Banken, welche die über die Mindestreserven hinausgehenden Beträge auf den Girokonti dazu benutzen um weitere Kredite zu vergeben. Für Einzelheiten dazu siehe auch den eingangs erwähnten Post: Sichtguthaben bei der SNB und ihr Einfluss auf die Geldmenge.

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