Hintergrundinformationen zum 5.8 Beben von Virginia

Karte 1 - Die Central Virginia Seismic Zone 2653 (Quelle: USGS)

Karte 1 - Die Central Virginia Seismic Zone 2653 (Quelle: USGS)

Das Erdbeben von Virginia vom 23.8.2011 geschah in einer bereits bekannten Zone, der ‘Central Virginia Seismic Zone’ (siehe Karte 1).

Diese hat bisher eher kleine und mittlere Erdbeben produziert (seit 1977 etwas über 200) an der Zahl.

Das letzte grössere Beben wurde am 9. Dezember 2003 verzeichnet und mass 4.5 auf der Richterskala.

Das bis zum gestrigen Beben grösste Erdbeben fand im Jahre 1875 statt, mit einer geschätzten – damals gab es noch keine exakten Seismographen – Magnitude von 4.8.

Aufgrund der Verteilung der bisherigen Beben wird angenommen, dass diese nicht einer einzigen Bruchlinie zuzuordnen sind, sondern von vielen kleinen Bruchstellen ausgehen. Das USGS meint zum 5.8 Beben, dass einige Zeit vergehen werde, bis man die Dimensionen des Bruchs, von welchem das Beben ausging, kennen wird.

Karte 2 - Erdbebenwahrscheinlickeitskarte Virginia (Quelle: USGS)

Karte 2 - Erdbebenwahrscheinlickeitskarte Virginia (Quelle: USGS)

Ein Beben dieser Stärke ist nach Daten und Berechnungen des USGS auch nicht sehr wahrscheinlich.

Die Wahrscheinlickeit eines Bebens der Magnitude 4.75 und höher in den nächsten 100 Jahren, wurde in diesem Gebiet mit 0.15, also 15%, veranschlagt (siehe Karte 2).

Wie man sieht, heisst eine tiefe Wahrscheinlichkeit nicht, dass etwas nicht eintreten kann, sondern nur, dass das Eintreten für wenig wahrscheinlich gehalten wird.

Erdbeben östlich der Rocky Mountains sind zwar weniger häufig, können dafür aber in einem bis zu 10 Mal grösseren Gebiet verspürt werden. Beben der Stärke 4.0 können so an vielen Stellen in bis zu 100 km Entfernung verspürt werden und verursachen auch oft Schäden nahe des Epizentrums.

Die Karte 3 zeigt die Rückmeldungen von Menschen, welche das Beben verspürt haben. Die Modifizierte Mercalli Intensitäts Skala beruht auf Beobachtungen. Die Menschen melden also, wie stark sie das Beben verspürten. Dabei ist I nicht gespürt, und X+ extrem gespürt:

Karte 3 - Rückmeldungen der verspürten Intensität an der Ostküste der U.S.A. (Quelle: USGS)

Karte 3 - Rückmeldungen der verspürten Intensität an der Ostküste der U.S.A. (Quelle: USGS)

Die nächste Karte (siehe Graph 1) zeigt, wie die verspürte Intensität mit zunehmender Entfernung abnimmt. Wie man aus dem Graphen entnehmen kann gab es Meldungen in bis zu 1000 km Entfernungen, die das Beben mit der Intensität II verspürt haben:

Graph 1 - Distanz gegenüber Intensität (Quelle: USGS)

Graph 1 - Distanz gegenüber Intensität (Quelle: USGS)

(Quelle: USGS-English)

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