Gebühr auf CHF Einlagen bei der UBS, Credit Suisse?

Oops, was war das?

Der Schweizer Franken hat sowohl gegenüber dem Euro als auch dem US Dollar an Wert eingebüsst.

Das war ein ziemlicher Sprung zwischen 14:00 und 15:00 GMT.

Was ist passiert?

Wie es scheint, ist die Ursache dieses Sprungs eine Meldung, dass die UBS plane in Kürze eine vorübergehende Gebühr auf Einlagen in CHF zu erheben.

Man wolle so die Kunden ermuntern, die Einlagen in CHF so lange als möglich auf ihrem Konto zu belassen, so die UBS.

Die SNB hat dementiert den Banken UBS und Credit Suisse einen Brief gesandt zu haben, indem diese aufgefordert werden, eine solche Gebühr zu erheben.

(Quelle: ZeroHedge-English, WSJ-English, Bildquelle: ForexRealm)

Fed und SNB gehen Swap über 200 Mio Dollar ein

Wir erinnern uns: Die (vorerst) letzte Ankündigung der SNB weitere Massnahmen gegen den starken Franken unternehmen und dazu Devisenswaps eingehen zu wollen stammt vom 17. August 2011. Ob das wohl einer davon ist?

Vermutlich nicht, denn das NY Fed sagt auf seiner Website über den Zweck dieser Swaps:

These swap facilities respond to the re-emergence of strains in short term funding markets in Europe. They are designed to improve liquidity conditions in global money markets and to minimize the risk that strains abroad could spread to U.S. markets, by providing foreign central banks with the capacity to deliver U.S. dollar funding to institutions in their jurisdictions.

Der Zweck dieser Swaps deutet demnach eher auf Probleme von gewissen Institutionen in der Schweiz sich Dollar zu beschaffen hin.

Die (wenigen) Details des NY Fed:

Liquiditätsswap der Fed mit der SNB

Liquiditätsswap der Fed mit der SNB

Die SNB hat dazu bisher keine Informationen veröffentlicht.

(Hat tip: ZeroHedge)

Tender Operation der ECB: 500 Millionen Dollar für eine Bank

Die ECB beschreibt eine ‘tender operation’ (auch tender procedure) so:

Eine Prozedur in welcher die Zentralbank dem Markt Liquidität zur Verfügung stellt oder entzieht basierend auf Geboten, die von den Gegenparteien im Wettbewerb zueinander abgegeben werden. Die wettbewerbsfähigsten Gebote werden mit Priorität erfüllt bis die gesamte Liquidität, welche die Zentralbank zur Verfügung stellen oder zurückziehen will, aufgebraucht ist.

Nun, in diesem Fall brauchte eine Gegenpartei (siehe ‘Tot Number of Bidders’) dringend Dollar Liquidität. Eine Bank braucht für 7 Tage 500 Millionen USD:

ecb-tender-17.8.2011

Wie ZeroHedge meint, wurde diese Liquiditätsfazilität seit März 2011 nicht mehr verwendet und der Vorgang könnte darauf hindeuten, dass mindestens eine Bank im EMU Raum Liquiditätsprobleme hat.

Was sind SNB Bills?

In den letzten Wochen hat die SNB die Girokonti welche die Banken bei ihr halten erhöht und hat heute eine weitere Ankündigung veröffentlicht zur weiteren Erhöhung der Girokonti von 120 auf 200 Milliarden.

Wie Girokonti, auch Sichtguthaben genannt, funktionieren, lesen Sie bitte in einem früheren Post auf Nullpunktfeld: ‘Sichtguthaben bei der SNB und ihr Einfluss auf die Geldmenge’.

Die Erhöhung der Girokonti soll durch den Kauf von sogenannten SNB Bills erfolgen. Wie aber funktioniert das?

SNB Bills sind nach dem SNB Glossar:

Die SNB kann im Rahmen des ordentlichen geldpolitischen Instrumentariums eigene Schuldverschreibungen in Franken und Fremdwährungen emittieren. Die Schuldverschreibungen in Franken (SNB Bills) dienen zur Abschöpfung von Liquidität und ermöglichen dadurch eine flexiblere Steuerung der Giroguthaben. Die Schuldverschreibungen in US-Dollar (SNB USD Bills) dienen zur Erhöhung der Fremdwährungsreserven und zur Finanzierung des Darlehens der SNB an die Zweckgesellschaft SNB StabFund.

SNB Bills sind also Schuldverschreibungen, auch Anleihen genannt, in Schweizer Franken der SNB mit denen die Giroguthaben, und damit die Geldmenge M1 (Giroguthaben sind Teil der Geldmenge M1 direkt und M3 indirekt) gesteuert wird.

Continue reading

SNB weitet Geldmenge nochmals aus

Die SNB ergreift weitere Massnahmen gegen die Frankenstärke und weitet die Geldmenge nochmals aus und erhöht die Giroguthaben durch Kauf von SNB Bills von 120 Milliarden auf 200 Milliarden und setzt zudem Devisenswaps ein.

Zusätzlich behält sie sich weitere Massnahmen ausdrücklich vor.

Wie reagiert der Markt darauf?

Hhm, wie es scheint war der Kurs auf guten Weg auf 1,16 zu steigen, ist dann aber ab 8:45 bis ca. 9:05 massiv gefallen und steigt nun wieder. Insiderhandel? Bildquelle Forex Ticket: Continue reading

Sichtguthaben bei der SNB und ihr Einfluss auf die Geldmenge

Die SNB will mit der Erhöhung der Sichtguthaben (auch Giroguthaben) der Banken bei der SNB und Devisenswaps (auch Foreign Exchange oder Forex Swaps) gegen die Stärke des Frankens intervenieren.

Was aber sind Sichtguthaben der Banken bei der SNB?

Im SNB Glossar sind die Giroguthaben so erklärt (Hervorhebung sind von mir):

Giroguthaben sind unverzinsliche Sichtguthaben von inländischen Geschäftsbanken bei der Nationalbank. Die Nachfrage der Geschäftsbanken nach Giroguthaben stammt aus den gesetzlichen Liquiditätsvorschriften und aus dem Bedarf nach Arbeitsguthaben im bargeldlosen Zahlungsverkehr zwischen den Banken (SIC). Die Nationalbank kontrolliert das Angebot an Giroguthaben durch den Einsatz der geldpolitischen Instrumente und steuert damit die Liquidität des Bankensystems. Der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage an Giroguthaben findet am Markt für Tagesgeld statt.

Die Girokonti der Banken bei der SNB dienen also zwei Zielen. Zum einen wird die Interbank-Liquidität sichergestellt. Banken begleichen so Verbindlichkeiten untereinander. Zum anderen sind sie aber auch an die Reserven anrechenbar, welche eine Bank halten muss.

Per 5. August 2011 stellt sich die Situation nach den Zahlen der SNB so dar:

Grafik 1 - Giroguthaben der Banken bei der SNB, Stand 5.8.2011

Grafik 1 - Giroguthaben der Banken bei der SNB, Stand 5.8.2011

Seit Juni 2010 haben sich die Mindestreserven und Giroguthaben so entwickelt:

Continue reading

Weitere Massnahmen der SNB gegen die Frankenstärke

Die SNB weitet ihre Massnahmen gegen die Stärke des Franken weiter aus. Dazu ergreift sie zwei Massnahmen:

  • weitere (rasche) Erhöhung der Sichtguthaben (Girohuthaben) der Banken bei der SNB auf 120 Milliarden Franken; und
  • Abschluss von Devisenswaps (Forex Swaps)

Die SNB sieht die ‘massive’ Überbewertung des CHF als Bedrohung für die “Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz” und sieht “Abwärtsrisiken für die Preisstabilität”