Unruhen in Mianwali, Pakistan – wegen Stromunterbrüchen

Proteste in Mianwali - Bildquelle: The Express Tribune

Proteste in Mianwali - Bildquelle: The Express Tribune

Am Montag wurden bei Demonstrationen in Mianwali, Punjab, Pakistan zwei Personen von der Polizei erschossen mehr als 30 verletzt, als diese die Demonstration der verärgerten Bürger auflösen wollte.

Ca 8’000 Personen nahmen an der Demonstration teil um gegen Stromunterbrüche, das sogenannte Load Shedding, zu demonstrieren.

Load Shedding ist eine Taktik der pakistanischen Stromfirmen um mit Versorgungslücken umzugehen. Versorgungslücken sind in Pakistan allerdings fester Bestandteil des Angebots: Es wird zu wenig Strom – ca. 80% des Bedarfs – produziert, als das alle versorgt werden könnten. So wird mit Load Shedding der Strom für ganze Stadtteile oder Gebiete teilweise über mehrere Stunden abgestellt.

Die Demonstranten machten heute ihrem Ärger Luft und attackierten Regierungsgebäude, Geschäfte und bewarfen die Polizei mit Steinen. Als die Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas der Menge nicht Herr werden konnte, wurde das Feuer auf die Demonstranten geschossen, als diese sich auf den Weg zu Chashma-2 Energiestation machten (Chashma-2 ist ein Nuklearreaktor).

Überleben ist eh schon schwierig. Wird einem da noch andauernd der Strom mitten in der Arbeit abgestellt, kann das einem schon verärgern. So kommt es denn auch des öfteren – vor allem im Sommer – zu gewaltsamen Ausschreitungen.

(Quelle: The Express Tribune Pakistan – English)

Saudi Arabien plant den Bau von 16 Kernreaktoren

Saudi Arabien plant in den nächsten zwei Jahrzehnten den Bau von 16 Kernreaktoren zum Preis von 300 Milliarden Rial (ca. 56 Milliarden Euro).

Gemäss Adbul Ghani Malibari, dem Koordinator der saudischen Amtes für zivile Nuklearenergie, wird das Königreich internationale Offerten für Kernreaktoren einholen die zur Energieerzeugung und Meerwasserentsaltzung dienen sollen. “Nach zehn Jahren werden wir zwei Reaktoren haben. Danach werden wir jedes Jahr zwei in Betrieb nehmen bis wir 2030 16 davon haben”, wurden seine Äusserungen am Gulf Environment Forum in Jeddah zitiert.

Die Reaktoren sollen gemäss Malibari 20 Prozent des saudischen Energiebedarfs decken und er fügte hinzu, dass das Königreich ein zwanzig-Jahresplan starten wird um erneuerbare, saubere Energien einzuführen.

(Quelle: The Nation Pakistan(AFP)-Englisch)

Offenbar sind Frankreich, Saudi Arabien und die USA bereits in den Startlöchern und haben mit Riyadh Kooperationsverträge unterzeichnet oder sind kurz davor einen solchen zu unterzeichnen (Russland).

Anmerkung: Die AFP Meldung redet von 300 Milliarden Rial, einige anderen Medien schreiben allerdings 300 Milliarden Dollar anstelle von Rial, wieder andere sprechen von 7 Milliarden Dollar pro Stück, also 112 Milliarden Dollar Gesamtkosten.

Je nach Reaktortyp liegen die Kosten für einen Kernreaktor zwischen 6 und 9 Milliarden Dollar, die projektierten 300 Milliarden Rial dürfen daher eher günstig gerechnet sein.

TEPCO: Stabilisierung der Reaktoren bis Ende Jahr unmöglich

Tropische Depression/tropischer Sturm vor Fukushima (Klicken um zu vergrössern)

Tropische Depression/tropischer Sturm vor Fukushima (Klicken um zu vergrössern)

Tokyo Electric Power Co. (TEPCO), die Betreiberin der havarierten Kraftwerke von Fukushima Daiichi ist zur Ansicht gelangt, dass es nicht möglich sei, die Anlagen bis Ende Jahr zu stabilisieren.

Zu dieser Ansicht ist TEPCO gelangt, da die ‘Kernschmelzen der Reaktoren No. 1 bis No. 3, sowie die Lecks im Reaktordruckgefäss und dem Containment zu einer beträchtlichen Verzögerung der Arbeiten führen werden’, so Kyodo News.

Derweil hat  TEPCO einige Arbeiten ausserhalb der Gebäude wegen des tropischen Sturms eingestellt. Mit Sandsäcken versucht man zu verhindern, dass Wasser in die Gebäude eindringt und so die Kühlung erneut ausfällt.

Statusupdate Fukuschima Daiichi vom 28.05.2011 12:00 JST

Anbei finden Sie den Status der Reaktoren der Atomanlage Fukuschima Daiichi vom 28.05.2011 12:00 JST/05:00 MESZ:

Fukuschima Status 25.05.2011 1200JST/0500MESZ (Klicken um zu vergrössern)

Fukuschima Status 25.05.2011 1200JST/0500MESZ (Klicken um zu vergrössern)

Bemerkenswert:

  • Die ‘Core and Fuel Integrity (Loaded fuel assemblies)’ wird für Reaktoren No. 1 bis No. 3 mit ‘Damaged (core melt)’ angegeben
  • Die ‘Reactor Pressure Vessel structural integrity’ wird für Reaktor No. 1 als ‘Limited Damage and Leakage’ und für Reaktoren No. 2 und No. 3 mit ‘Unknown’ deklariert
  • Die ‘Containment Vessel structural integrity’ für Reaktoren No. 1 bis No. 3 wird mit ‘Damage and Leakage suspected’ angegeben

Das scheint mir aber eher ernst zu sein, wenn das Containment bei allen drei Reaktoren leckt, bei mindestens einem Reaktor (No. 1) das Reaktordruckgefäss (reactor pressure vessel) undicht ist und bei allen drei Reaktoren eine Kernschmelze stattgefunden hat.

Fukuschima Reaktoren leckten möglicherweise schon vor dem Tsunami

Arnold Gunderson meint, dass Reaktor No. 1 schon kurz nach dem Beben eine Kernschmelze erlebte und das Containment verloren ging. Das Abklingbecken des Reaktors No. 4 habe Risse gehabt und leckte bereits nach dem Beben.

Gunderson ist ein ehemaliger Manager einer Nuklearenergiefirma und diente bei der Untersuchung zu Three Mile Island als Expert Witness.

The Implications of the Fukushima Accident on the World’s Operating Reactors from Fairewinds Associates on Vimeo.