IranAir Flug 655 – in Memoriam

A300B2 der IranAir

A300B2 der IranAir

Der Flug IR655 der IranAir war ein Linienflug, der sich auf dem Weg von Bandar Abbas im Iran nach Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten befand. An Bord befanden sich 290 Menschen, 38 waren keine Irani und 66 waren Kinder.

Der Airbus 300B2 machte sich am 3. Juli 1988 um 10:17, 25 Minuten später als geplant, auf den Weg nach Dubai. Der Flug hätte rund 28 Minuten dauern sollen und führte über die Strasse von Hormuz. Der Flug erreichte sein Ziel nicht, die Maschine wurde vom Lenkwaffenkreuzer U.S.S Vincennes abgeschossen.

Flugroute von IranAir 655

Flugroute von IranAir 655

Das iranische Flugzeug war mit einem Aircraft Indentifikations-Transponder ausgetattet, der auf ein Radar Signal eine entsprechende Antwort, in einer vorgeschriebenen, festen Form, zurückschickt. Als Ziviler Airliner, war der Transponder auf Modus III eingestellt, was das Flugzeug als zivil ausweist.

Die U.S.A. behaupten, die Besatzung der Vincennes hätte das Zivilflugzeug mit einer F-14 verwechselt. Die in Bandar Abbas stationierten F-14 senden aber in Modus II, welcher sie als militärisch kennzeichnet.

Während seines letzten Fluges stand IR655 in Kontakt mit verschiedenen Flugleitzentrale und benutzte dabei die zivilen Standardfrequenzen und sprach auf Englisch mit der Flugleitzentrale in Bandar Abbas Sekunden bevor die U.S.S. Vincennes ihre Raketen abschoss. Obwohl das Schiff ein hoch-entwickeltes Stück Technik war, besass es keine Ausrüstung mit der Frequenzen des zivilen Luftverkehrs hätten überwacht werden können – und dies obwohl das Schiff in einem Gebiet Dienst tat, in dem täglich hunderte zivile Flugbewegungen stattfinden.

Die Besatzung wurde für die Tat mit Orden ausgezeichnet und die U.S.A. haben bis heute weder Fehler eingestanden, noch sich entschuldigt, sondern beschuldigen immer noch den Iran.

1996 stimmte die U.S. Regierung zu, den Angehörigen der Opfer finanzielle Kompensation in der Höhe von insgesamt fast 62 Millionen U.S. Dollar – 300’000 Dollar für jeden Lohnempfänger und 150’000 für jeden nicht-Lohnempfänger zu bezahlen. Die Zahlung erfolgte ausdrücklich ‘ex gratia’, die U.S. bestritten aber weiterhin jegliche Verantwortung oder Haftung für den Vorfall.

Fünf Jahre früher – als die Sowjets versehentlich eine zivile Boeing 747 der Korean Airlines (Flug KAL007) abschossen, tönte der gleiche Präsident (Reagan) noch ganz anderes, als er den Akt als „ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, das niemals vergessen werden dürfe, und einen „Akt der Barbarei“ und „unmenschlicher Brutalität“, bezeichnete.

Zweierlei Mass – “Es ist nicht illegal, falsch, verwerflich, ein Verbrechen oder Terrorismus, wenn wir es machen nur wenn andere es machen”, sagen sich die U.S.A. und sind fest überzeugt, dass dem auch tatsächlich so ist.

Mehr zum Thema: Iran Chamber of Society – Shooting Down Iran Air Flight 655 [IR655].

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Die Schlacht von Val di Susa

Heute morgen räumte die Polizei im Val di Susa, Italien, gewaltsam ein Protestlager der Bewegung No TAV. Die ‘Schlacht’ dauerte drei Stunden, es gab ca. 30 Verletze.

Die Protestbewegung will eine Hochgeschwindigkeitslinie, inklusive 53 Kilometer langem Tunnel, verhindern. Diese Linie soll Turin mit Lyon verbinden und ist ein Prioritätsprojekt (Projekt No. 6) im  ‘Trans-European Transport Networks‘ (TEN-T) der EU.

Der Linienverlauf im Schema:

Querschnitt des Streckenverlaufs der Hochgeschwindigkeitslinie Turin-Lyon

Querschnitt des Streckenverlaufs der Hochgeschwindigkeitslinie Turin-Lyon

Die Strecke sei für eine Referenzgeschwindigkeit von 250 km/h konzipiert, so die Website des Projektes. Die Baukosten werden auf knapp 10 Milliarden Euro (2010) veranschlagt. Continue reading

Vulkanaschenprognose 27.05.2011-1200UTC

Die Vorhersage stammt vom britischen Meterological Office (Met Office) und wird periodisch erneuert. Die neueste Version finden Sie hier:

Vulkanaschenprognose, 27.05.2011 00:00 UTC (Klicken um zu vergrössern)

Vulkanaschenprognose, 27.05.2011 00:00 UTC (Klicken um zu vergrössern)

Und die prognostizierte Aschenkonzentration für 27.05.2011-1800UTC für FL000 bis FL200 (Flughöhe 0 bis 20’000 Fuss): Continue reading

Neuer syrisch-irakischer Grenzübergang eröffnet

Al-Ya'rubiya Grenzübergang

Al-Ya'rubiya Grenzübergang

Gestern wurde ein neuer Grenzübergang zwischen Syrien und Irak eröffnet und gleichzeitig wurde der Grundstein für einen weiteren – den siebten – Grenzübergang zwischen Syrien und der Türkei gelegt.

Wie SANA (Englisch) mitteilt:

Finanzminster Dr. Mohammad al-Hussain sagte am Samstag, dass die Einweihung des neuen Grenzübergangs in Al-Ya’rubiyah und die Eröffnung einer neuen Grenzstation zwischen Syrien und der Türkei die ökonomischen, Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen den Ländern stärken werde.

Der Minister sagte, dass die Eröffnung eines neuen Grenzüberganges neben den sechs bereits bestehenden die kommerziellen und inter-tourismus Bewegungen erhöhen werde und er unterstrich auch die Wichtigkeit weitere Übergänge zu eröffnen und bestehende auszubauen.

Die Eröffnung des Grenzübergangs zwischen Syrien und Irak gehört zum Plan Syriens den Handel, wie auch die Beziehungen insgesamt, mit Irak zu vertiefen. Continue reading

Iranische Kriegsschiffe auf dem Weg ins Mittelmeer

Iranisches Kriegsschiff

Iranisches Kriegsschiff

Wie der Tages Anzeiger berichtet befinden sich anscheinend zwei iranische Kriegsschiffe auf dem Weg ins Mittelmeer um Syrien einen offiziellen Besuch abzustatten. Natürlich verwenden sie dabei den Suezkanal. Dieser Umstand ist den Israelis, allen voran Avigdor Lieberman, ein Dorn im Auge.
Er sieht darin «eine Provokation, die zeige, dass das Selbstvertrauen und die Kühnheit der Iraner von Tag zu Tag wächst» und «die internationale Gemeinschaft müsse verstehen, dass Israel diese Provokationen nicht ewig ignorieren kann».

Herr Lieberman übersieht dabei allerdings (mindestens) eines: Es ist das Recht des Irans den Suezkanal zu benutzen. Gemäss Wikipedia:

Der Kanal kann von allen Schiffen (Handels- und Kriegsschiffen) aller Nationen zu allen Zeiten (Friedens- und Kriegszeiten) zu gleichen Bedingungen benutzt werden. Dies gilt auch für Kriegsschiffe kriegführender Nationen, für die jedoch bestimmte Einschränkungen bestehen (im Wesentlichen Durchfahrt ohne Halt und ohne Versorgung). Dies wurde in der nach wie vor geltenden Konvention von Konstantinopel[2] vom 29. Oktober 1888 vereinbart.

Es tut mir leid für Lieberman, aber sich provoziert zu fühlen, wenn andere ihre Rechte wahrnehmen ist nicht Beweis für ein zunehmendes Selbstbewusstsein des Irans, es zeugt eher von einem fehlenden gesunden Selbstbewusstsein seinerseits oder seitens Israels. Aber eben, wenn man unbedingt einen Krieg vom Zaun brechen will, kann man sich über alles aufregen und notfalls auch einen Grund erfinden, wenn kein echter Grund vorliegt.

UPDATE:

Einige Presseagenturen haben inzwischen gemeldet, dass die Durchfahrt durch den Suezkanal von den ägyptischen Behörden verweigert worden sei und das die iranischen Schiffe abgedreht hätten.

Nach Fars News stimmt das nicht. Die iranische Agentur bezieht sich auf Al Jazeera wonach die zuständigen ägyptischen Behörden gesagt hätten, dass der Durchfahrt der iranischen Kriegsschiffe nichts im Wege stünde.

Chefs wollen nicht für Mobilität bezahlen

Le Matin Dimanche:

Pendler könnten demnächst 50% mehr als heute ausgeben ohne dass ihnen ihre Firmen dabei unterstützen werden.

Die Pendler zittern seit Doris Leuthard ankündigte, dass sie in Zukunft mehr ausgeben müssen um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Bis 50% mehr um die Infrastrukturen zu finanzieren. Ein Vorschlag der die Fédération romande des consomateur erschüttert, welche bereit ist auf die Barrikaden zu steigen und die mit Ideen aufwartet: Die Chef sollen zusammen mit ihren Angestellten die Mobilität finanzieren, von der sie letztendlich profitieren.

“Kommt nicht in Frage”, sagen die Arbeitgeber. “Es ist nicht der Fehler des Angestellten, wenn er keine Wohnung am Arbeitsplatz findet, das ist aber auch nicht der Fehler der Chefs”, meint Blaise Matthey, Direktor der Fédération romande des entreprises, welcher auf die Wohnungsprobleme in den grossen urbanen Zentren verweist.

Äh, es ist wohl der Fehler der Arbeitgeber, welche ihre Firmen alle in die eh schon überlasteten Ballungszentren verlegen, und von ihren Arbeitern verlangen, alle müssten um die gleiche Zeit zur Arbeit erscheinen. Die Züge und Strassen sind nämlich regelmässig nur zu bestimmten Zeiten überlastet, ausserhalb dieser “Rush-Hours” gibt’s genügend Kapazität, zudem gibt es Strecken, die nicht ausgelastet sind und nicht rentieren.

Es sind also die Arbeitgeber für diese Kosten verantwortlich sind und gleichzeitig fette Gewinne einstreichen, die zu einem grossen Teil eben gerade dieser Infrastruktur zu verdanken sind, für die sie nicht aufzukommen gedenken. Nach dem Verursacherprinzip müssten sie also dafür auch bezahlen, müsste  man meinen.

Wenn Novartis unbedingt mitten in Basel seinen Firmensitz haben will, muss die Firma auch für die Infrastruktur aufkommen die dazu nötig ist um die Gewinne dieser Firma zu ermöglichen.

Der Herr Doktor Vasella, um nur ein Beispiel zu nennen, strich für das Jahr 2009 einen Bonus von 20 Millionen CHF ein, das ergibt – beim heutigen Preis – 6212 Generalabos 2. Klasse, oder 3980 Generalabos 1. Klasse. Da gäbe es durchaus Raum für ein paar Beiträge des Arbeitgebers an die Mobilitätskosten der Arbeitnehmer.

Natürlich ist es der Wirtschaft lieber, die Öffentlichkeit bezahlt die satten Gewinne und Boni von ein paar privilegierten, das ist schon klar. Es wird auch gleich klar ist auch wo die eigentlichen Sozialschmarotzer zu finden sind.