Unruhen in Mianwali, Pakistan – wegen Stromunterbrüchen

Proteste in Mianwali - Bildquelle: The Express Tribune

Proteste in Mianwali - Bildquelle: The Express Tribune

Am Montag wurden bei Demonstrationen in Mianwali, Punjab, Pakistan zwei Personen von der Polizei erschossen mehr als 30 verletzt, als diese die Demonstration der verärgerten Bürger auflösen wollte.

Ca 8’000 Personen nahmen an der Demonstration teil um gegen Stromunterbrüche, das sogenannte Load Shedding, zu demonstrieren.

Load Shedding ist eine Taktik der pakistanischen Stromfirmen um mit Versorgungslücken umzugehen. Versorgungslücken sind in Pakistan allerdings fester Bestandteil des Angebots: Es wird zu wenig Strom – ca. 80% des Bedarfs – produziert, als das alle versorgt werden könnten. So wird mit Load Shedding der Strom für ganze Stadtteile oder Gebiete teilweise über mehrere Stunden abgestellt.

Die Demonstranten machten heute ihrem Ärger Luft und attackierten Regierungsgebäude, Geschäfte und bewarfen die Polizei mit Steinen. Als die Polizei mit Schlagstöcken und Tränengas der Menge nicht Herr werden konnte, wurde das Feuer auf die Demonstranten geschossen, als diese sich auf den Weg zu Chashma-2 Energiestation machten (Chashma-2 ist ein Nuklearreaktor).

Überleben ist eh schon schwierig. Wird einem da noch andauernd der Strom mitten in der Arbeit abgestellt, kann das einem schon verärgern. So kommt es denn auch des öfteren – vor allem im Sommer – zu gewaltsamen Ausschreitungen.

(Quelle: The Express Tribune Pakistan – English)

IEA gibt 60 Millionen Barrel Ölreserven frei – Ölpreis fällt um 5 Dollar

Gestern wurde in der Presse die Nachricht verbreitet, dass die International Energy Agency (IEA) 60 Millionen Barrel Öl aus den Strategischen Petroleum Reserven (SPR) ihrer Mitglieder auf dem Markt verkaufen will. Damit soll einer ‚anhaltenden Unterbrechung der Öl-Lieferungen aus Libyen‘ entgegen gewirkt werden, meint der IEA Press Release.

Die Preise für Brent gaben darauf sofort nach. Jedoch sei die Frage erlaubt: Kann das so stimmen?

Die folgenden zwei Grafiken geben Auskunft über die Preisentwicklung der Sorte Brent in diesem Jahr.

Grafik 1 zeigt den Verlauf der Tagespreise seit Beginn des Jahres 2011: Weiterlesen

Grosse Öl- und Gasvorräte im östlichen Mittelmeer vermutet

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Die Meldung ist zwar nicht neu (vom April/Mai 2010) ist aber interessant genug um sie trotzdem nochmal in Erinnerung zu rufen.

Die U.S. Geological Survey (USGS) hat die zu erwartenden nutzbaren Öl- und Gasreserven im Nildelta und der Levante eingeschätzt.

Demnach sollen in der ‚Nildelta Basin Provinz‘ ca. 1.8 Milliarden Barrel nutzbares Öl und 223 Billionen Kubikfuss nutzbares Gas, sowie 6 Milliarden Barrel Flüssignaturgas liegen.

Die sind geschätzte Mittelwerte. Das USGS meint die Bandbreite des noch nicht entdeckten nutzbaren Öls befinde sich zwischen 491 Millionen und 4,2 Milliarden Barrel Öl und jene des Gases zwischen 92,6 und 425.9 Billionen Kubikfuss.

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Eine solche Einschätzung des USGS besteht auch für die Levante Basin Provinz. Dort schätzt das USGS die technisch nutzbaren Reserven auf 1,7 Milliarden (Bandbreite 483 Millionen bis 3,7 Milliarden) Barrel Öl und 122 Billionen (Bandbreite: 50 bis 227,4 Billionen) Kubikfuss Gas.

Zum Vergleich: Die bekannten Öl- und Gasreserven Saudi Arabiens werden auf 267 Milliarden Barrel beziehungsweise 253 Billionen Kubikfuss geschätzt.

Das USGS weist auch darauf hin, dass es sich bei diesen Ressourcen um technisch nutzbare Vorkommen handle und kein Versuch unternommen worden sei, die ökonomisch nutzbaren Ressourcen zu schätzen.

(Quelle: USGS-Englisch)

Das ist natürlich weiterer Zündstoff für Konflikte zwischen Syrien, Libanon, Ägypten und Gaza einerseits und Israel andererseits.

Einen Vorgeschmack darauf gab es bereits im Jahre 2010 als sowohl Israel als auch Libanon Anspruch auf neu entdeckte Gasvorkommen im Meer vor Haifa anmeldeten.  Der Konflikt ist vermutlich noch nicht ausgestanden.

TPAO: Anzeichen für qualitativ hochwertiges Öl im Schwarzen Meer

Sürmene liegt im Nordosten der Türkei

Karte 1 - Sürmene liegt im Nordosten der Türkei (Klicken um zu vergrössern)

Türkiye Petrolleri Anonnim Ortaklığı (TPAO) vermeldet einen Erfolg auf der Suche nach Erdöl im Schwarzen Meer. TPAO Generalsekretär Mehmet Uysal meinte, dass bei der Quelle Sürmene-1 in 4’800 Metern Tiefe Anzeichen von sehr gutem Öl gefunden wurden. Leider konnten sie da vorerst wegen des hohen Drucks nicht weiter bohren, allerdings bestehe die Absicht noch 1’000 Meter tiefer zu bohren sobald die dazu notwendige Ausrüstung gegen Ende Juli vor Ort sei, so Uysal. (Quelle: Sabah-Türkisch)

Um tiefer zu bohren, dürfte das Bohrschiff Deepwater Champion (gehört Transocean) zum Einsatz kommen, welches Ende März in das Schwarze Meer eingelaufen ist. Damit das Schiff den Bospurus, respektive die Fatih Sultan Mehmet Brücke passieren konnte, musste ein Teil des Bohrturms abmontiert werden. Er wird nach Samsun transportiert und dort wieder auf die Rig montiert. (Quelle: Today’s Zaman-Englisch)

TPAO hat in den letzten Jahren ca. 4 Milliarden US-Dollar in die Suche nach Öl im Schwarzen Meer investiert. TPAO geht von nutzbaren Ölvorkommen von 10 Milliarden Barrel und nutzbaren Gasvorkommen von 3 Billionen Kubikmetern aus, was den Energiebedarf der Türkei für die nächsten 40 Jahre decken könnte. (Quelle: Hürriyet-Englisch)

Die Blocks im Schwarzen Meer, Stand 2011

Bild 1 - Die Konzessionsblocks im Schwarzen Meer, Stand 2011 (Klicken um zu vergrössern)

Bild 1 zeigt die Konzessionsblocks im Schwarzen Meer, Sürmene-1 liegt im Block ganz Rechts, wo bisher keine Joint-Ventures zu bestehen scheinen. Partner in anderen Konzessionsblocks sind Petrobras, ExxonMobile, BP und Chevron (die üblichen verdächtigen).

Die letzte Transocean Deepwater Rig, die von sich reden machte, war die Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Man kann nur hoffen, dass dieses Unternehmen unter einem besseren Stern steht. Inschallah.

Libyscher Rebellenführer lebte 20 Jahre in Virginia

Emblen der CIA

Emblen der CIA

Die neue libysche Elite kommt teilweise aus den USA nicht aus Libyen und sind Verfechter der Neoliberalimus, glauben also an den Markt und sind gegen staatliche Eingriffe in den Wettbewerb, und haben angeblich Kontakte zum CIA[1][2][3]. Einige Beispiele:

Der neue Führer der libyschen Rebellenarmee, Chalifa Hifter, verbrachte die letzten 20 Jahre im vorstädtischen Virginia, wollte aber, obwohl in seinen 60ern unbedingt auf das Schlachtfeld seiner Heimat Libyen zurückkehren.

Chalifa Hifter (oder Hafter, Hefter, Huftur) ist nach Aussagen von Salam Badr, der behauptet Hifter schon lange zu kennen, vor allem durch seine intensive Abneigung gegen Gaddafi getrieben. Badr meinte auch, es sei ihm nicht klar, was Hifter in Virgina tat um sich finanziell über Wasser zu halten. (Quelle: McClatchy-Englisch) Weiterlesen