Neuerlicher Erdbebenschwarm beim Mýrdalsjökullgletscher

Eldgja und Katla Spaltensystem Island (Quelle: oregonstate.edu)

Eldgja und Katla Spaltensystem Island (Quelle: oregonstate.edu)

Am Mýrdalsjökull Gletscher, unter dem der Katla Vulkan liegt,  war gestern (28.8.2011) ein seismisch aktiver Tag.

Zwar waren die Beben nicht gross – die zwei grössten kamen über Magnitude 2.4 nicht hinaus und dürften von der Bevölkerung kaum verspürt worden sein – jedoch ist deren Anzahl undgeografische  Lage interessant.

Sie liegen fast alle in der Caldera des Katla Vulkans oder unweit östlich davon.

Die Ursache der Beben könnte auf Magma zurückzuführen, das sich in Spalten verschiebt, eine sogenannte Dike Intrusion (dike intrusion), wie Jon denkt.

Dass die Beben auf eine bevorstehende Eruption hindeuten ist eher unwahrscheinlich, aber natürlich kann man nichts ausschliessen. Seismologische Aktivität ist allerdings für die Gegend um Mýrdalsjökull speziell in dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich.

Die Lage des Erdbebensschwarms. Die meisten liegen in der Caldera oder unweit östlich davon. Die im Osten scheinen fast auf einer Linie zu liegen: Weiterlesen

Erdbebenserie beim Mýrdalsjökull Gletscher

Island-Bruch (Bildquelle: USGS)

Island-Bruch (Bildquelle: USGS)

Unter dem Mýrdalsjökull Gletscher (Katla Vulkan) und beim Torfajökull Vulkan häuften sich in den letzten vier Stunden die Erdbeben.

Zwei davon lagen bei 2.2 in einer Tiefe von 1.1 km bei Katla, die anderen zwei lagen bei 0.4 bzw. 1.5 bei Torfajökull.

Seismizität bei Katla ist allerdings keine Seltenheit. Speziell in der zweiten Jahreshälfte, wenn die dünne Eisschicht über der Magmakammer teilweise schmilzt und sich so das Gewicht der Eisdecke verringert, treten diese auf.

Deren Magnitude und Lokation sind allerdings schwer einzuschätzen liegen aber nur selten über 4 und in 0 bis 5 km Tiefe. Die lokale Bevölkerung spürt die Erdbeben praktisch nie.

Allerdings zeigt Katla seit 1999 auch Zeichen der Unruhe und Erdbeben traten in einigen Jahren gehäuft und ausserhalb der normalen saisonalen Muster auf.

Die letzte gesicherte Eruption Katlas fand im Jahr 1918 statt. Es gab allerdings in den Jahren 1955 und 1999 Ereignisse, die als subglaziale, das heisst unter dem Eis und deshalb oberirdisch nicht sichtbare, Eruption eingestuft werden könnten, man ist sich da aber nicht sicher.

Beim Torfajökull Vulkan liegt die letzte Eruption schon länger zurück. Sie fand im Jahr 1477 statt. Seismizität ist viel seltener als bei Mýrdalsjökull.

Die geographische Lokation der Erdbeben: Weiterlesen

Mehr zum Ausbruch des Puyehue Vulkans in Chile vom 4. Juni 2011

Der Vulkan Puyehue liegt im Süden Chiles in der Cordón Caulle Kette. Der Vulkan brach vor gut zwei Wochen – am 4. Juni 2011 – aus und ist immer noch aktiv, allerdings hat die Aktivität etwas nachgelassen.

Der Ausbruch sah am Boden so aus (Bilder BBC Brasil, via TV5):

Am 13. Juni 2011 machte die NASA aus dem Weltraum folgendes Bild:

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Messenger-Sonde liefert neue Daten über Merkur

Merkurs Degas Krater, Durchmesser 52km, Aufnahme rechts ist von Mariner 10

Merkurs Degas Krater, Durchmesser 52km, Aufnahme rechts ist von Mariner 10

Die Messenger-Sonde hat bereits am 17. März in eine Umlaufbahn um den Merkur eingeschwenkt und lieferte zwei Wochen später das erste Bild von Merkur, Nullpunktfeld berichtet darüber.

Seit da war Messenger ziemlich aktive und lieferte detailierte Daten und Bilder. Die Plantenoberfläche ist in bisher nicht gesehene Detailaufnahmen.

Rechts sehen Sie eine Aufnahme des Degas Kraters und zum Vergleich, die kleinere, schwarz-weisse Aufnahme von Mariner 10 (1974).

Der Degas-Krater hat einen Durchmesser von 52 km und befindet sich 37.1° Nord und 127.99° West. Anmerkung: NASA gibt als Zentrum des Kraters die Koordinaten 37.1° N, 232.8° E an.

Aluminium/Silikon und Magnesium/Silikon Verhältnisse Mond, Erde, Mars und Merkur

Aluminium/Silikon und Magnesium/Silikon Verhältnisse Mond, Erde, Mars und Merkur

Messenger lieferte auch Daten über die Zusammensetzung der Oberflächen des Merkur. So zeigen die Magnesium/Silikon, Aluminium/Silikon und Kalzium/Silikon Verhältnisse durchschnittlich über weite Gebiete der Planetenoberfläche, dass die Oberfläche des Merkur, ungleich jener des Mondes, nicht von Fels reich an Feldspat dominiert wird.

Das X-ray Spectrometer (XRS, dt. Röntgenspektrometer)  mass auch hohe Gehalte von Schwefel, was darauf hindeutet, dass die ursprünglichen Bausteine, aus denen Merkur zusammengesetzt ist, weniger oxidiert waren als jene von anderen Erd-ähnlichen Planeten. Weiterlesen