Neuerlicher Erdbebenschwarm beim Mýrdalsjökullgletscher

Eldgja und Katla Spaltensystem Island (Quelle: oregonstate.edu)

Eldgja und Katla Spaltensystem Island (Quelle: oregonstate.edu)

Am Mýrdalsjökull Gletscher, unter dem der Katla Vulkan liegt,  war gestern (28.8.2011) ein seismisch aktiver Tag.

Zwar waren die Beben nicht gross – die zwei grössten kamen über Magnitude 2.4 nicht hinaus und dürften von der Bevölkerung kaum verspürt worden sein – jedoch ist deren Anzahl undgeografische  Lage interessant.

Sie liegen fast alle in der Caldera des Katla Vulkans oder unweit östlich davon.

Die Ursache der Beben könnte auf Magma zurückzuführen, das sich in Spalten verschiebt, eine sogenannte Dike Intrusion (dike intrusion), wie Jon denkt.

Dass die Beben auf eine bevorstehende Eruption hindeuten ist eher unwahrscheinlich, aber natürlich kann man nichts ausschliessen. Seismologische Aktivität ist allerdings für die Gegend um Mýrdalsjökull speziell in dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich.

Die Lage des Erdbebensschwarms. Die meisten liegen in der Caldera oder unweit östlich davon. Die im Osten scheinen fast auf einer Linie zu liegen: Weiterlesen

Hintergrundinformationen zum 5.8 Beben von Virginia

Karte 1 - Die Central Virginia Seismic Zone 2653 (Quelle: USGS)

Karte 1 - Die Central Virginia Seismic Zone 2653 (Quelle: USGS)

Das Erdbeben von Virginia vom 23.8.2011 geschah in einer bereits bekannten Zone, der ‚Central Virginia Seismic Zone‘ (siehe Karte 1).

Diese hat bisher eher kleine und mittlere Erdbeben produziert (seit 1977 etwas über 200) an der Zahl.

Das letzte grössere Beben wurde am 9. Dezember 2003 verzeichnet und mass 4.5 auf der Richterskala.

Das bis zum gestrigen Beben grösste Erdbeben fand im Jahre 1875 statt, mit einer geschätzten – damals gab es noch keine exakten Seismographen – Magnitude von 4.8.

Aufgrund der Verteilung der bisherigen Beben wird angenommen, dass diese nicht einer einzigen Bruchlinie zuzuordnen sind, sondern von vielen kleinen Bruchstellen ausgehen. Das USGS meint zum 5.8 Beben, dass einige Zeit vergehen werde, bis man die Dimensionen des Bruchs, von welchem das Beben ausging, kennen wird.

Karte 2 - Erdbebenwahrscheinlickeitskarte Virginia (Quelle: USGS)

Karte 2 - Erdbebenwahrscheinlickeitskarte Virginia (Quelle: USGS)

Ein Beben dieser Stärke ist nach Daten und Berechnungen des USGS auch nicht sehr wahrscheinlich.

Die Wahrscheinlickeit eines Bebens der Magnitude 4.75 und höher in den nächsten 100 Jahren, wurde in diesem Gebiet mit 0.15, also 15%, veranschlagt (siehe Karte 2).

Wie man sieht, heisst eine tiefe Wahrscheinlichkeit nicht, dass etwas nicht eintreten kann, sondern nur, dass das Eintreten für wenig wahrscheinlich gehalten wird.

Erdbeben östlich der Rocky Mountains sind zwar weniger häufig, können dafür aber in einem bis zu 10 Mal grösseren Gebiet verspürt werden. Beben der Stärke 4.0 können so an vielen Stellen in bis zu 100 km Entfernung verspürt werden und verursachen auch oft Schäden nahe des Epizentrums.

Die Karte 3 zeigt die Rückmeldungen von Menschen, welche das Beben verspürt haben. Die Modifizierte Mercalli Intensitäts Skala beruht auf Beobachtungen. Die Menschen melden also, wie stark sie das Beben verspürten. Dabei ist I nicht gespürt, und X+ extrem gespürt:

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Erdbeben der Stärke 5.9 in Virgina, U.S.A.

Grafik 1 - Geschätze zu erwartende menschliche und wirtschaftliche Verluste (Quelle: USGS)

Grafik 1 - Geschätze zu erwartende menschliche und wirtschaftliche Verluste (Quelle: USGS)

Im U.S. Bundesstaat Virgina bebte heute um 19:51 MESZ die Erde ein Erdbeben der Stärke 5.9, 66 km von Richmond und 134 km von Washington D.C. entfernt erschütterte die Gegend.

Die Gegend, die Virginia seismologische Zone, ist sonst seismologisch eher ruhig, obwohl es sporadisch zu kleineren (i.d.R. unter 3.0) Beben kommt. Daher ist ein Beben dieser Stärke eher überraschend.

Die strukturellen Schäden dürften für resistente Gebäude leicht sein, für andere Gebäude gemässigt.

Allerdings gibt das USGS für die zu erwartenden  wirtschaftlichen Schäden eine 35% Wahrscheinlichkeit an, dass diese zwischen 10 und 100 Millionen Dollar liegen und immerhin noch eine 22% Wahrscheinlichkeit, dass diese zwischen 100 und 1’000 Millionen Dollar liegen. Siehe Grafik 1 für Details.

Shakemap des Bebens in Virginia

Shakemap des Bebens in Virginia

Die Schätzung des USGS ist natürlich mit Vorsicht zu geniessen. Über die tatsächlichen Schäden liegen bisher allerdings noch keine Meldungen vor.

Links sehen Sie die Shakemap dieser Ereignisses, welche die Intensität des Bebens angibt. Diese liegt in der Nähe des Epizentrums bei VII (7) auf der Modifizierten Mercalli Intensitäts Skala.

Diese Skale gibt an, welche spürbaren Auswirkungen ein Beben hat. So wird  VII zum Beispiel als starkes Schütteln empfunden, der potentielle Schaden ist aber gemässigt.

Das Beben soll nach Meldungen aus den U.S.A. auch in New York zu spüren gewesen sein.

Weitere Details und aktuelle Informationen finden Sie auf der Event Page des USGS.

Erdbebenserie beim Mýrdalsjökull Gletscher

Island-Bruch (Bildquelle: USGS)

Island-Bruch (Bildquelle: USGS)

Unter dem Mýrdalsjökull Gletscher (Katla Vulkan) und beim Torfajökull Vulkan häuften sich in den letzten vier Stunden die Erdbeben.

Zwei davon lagen bei 2.2 in einer Tiefe von 1.1 km bei Katla, die anderen zwei lagen bei 0.4 bzw. 1.5 bei Torfajökull.

Seismizität bei Katla ist allerdings keine Seltenheit. Speziell in der zweiten Jahreshälfte, wenn die dünne Eisschicht über der Magmakammer teilweise schmilzt und sich so das Gewicht der Eisdecke verringert, treten diese auf.

Deren Magnitude und Lokation sind allerdings schwer einzuschätzen liegen aber nur selten über 4 und in 0 bis 5 km Tiefe. Die lokale Bevölkerung spürt die Erdbeben praktisch nie.

Allerdings zeigt Katla seit 1999 auch Zeichen der Unruhe und Erdbeben traten in einigen Jahren gehäuft und ausserhalb der normalen saisonalen Muster auf.

Die letzte gesicherte Eruption Katlas fand im Jahr 1918 statt. Es gab allerdings in den Jahren 1955 und 1999 Ereignisse, die als subglaziale, das heisst unter dem Eis und deshalb oberirdisch nicht sichtbare, Eruption eingestuft werden könnten, man ist sich da aber nicht sicher.

Beim Torfajökull Vulkan liegt die letzte Eruption schon länger zurück. Sie fand im Jahr 1477 statt. Seismizität ist viel seltener als bei Mýrdalsjökull.

Die geographische Lokation der Erdbeben: Weiterlesen

Mýrdalsjökull Gletscher zu gefährlich für Besucher

Neue Caldera bei Myrdalsjökull Gletscher unter dem der Katla Vulkan liegt

Neue Caldera bei Myrdalsjökull Gletscher unter dem der Katla Vulkan liegt

Es scheint als habe die Erdbebenserie von vor zwei Tagen beim Mýrdalsjökull Gletscher – unter dem der Katla-Vulkan liegt – Auswirkungen auf den Gletscher.

Wissenschaftler haben bei einem Flug über den Gletscher, bei dem sie die Auswirkungen des Bebens der Stärke 3.8 untersuchten, eine neue Caldera nordwestlich von wo die letzte Gletscherflut herkam, entdeckt. Die Wissenschaftler glauben nun, dass die Flut, welche eine Brücke zerstörte auch aus der neuen Caldera stammte. Die Wissenschaftler entdeckten ebenfalls kreisförmige Brüche im Gletscher.

Freysteinn Sigmundson, ein Experte am Wissenschaftlichen Institut, analysierte die Daten und meinte gegenüber Rúv News (isländisch):“Die kreisförmigen Brüche im Gletscher deuten auf eine Erschöpfung der Calderas von unten hin und der Druck sinkt”.

Die Isländische Zivilverteidigung veröffentlichte eine Warnung in der sie Wanderer und Touristen aufforderte wegen den Brüchen rund um die Caldera vom südöstlichen Teil des Gletschers fern zu bleiben.

(Quelle: Iceland Review-English, jonfr.com-English)

Erdbeben der Stärke 6.1 in Kirgizstan – 19.07.2011-19:35:43UTC

Shake Map Beben Stärke 6.1 Kyrgyzstan 20.07.2011

Shake Map Beben Stärke 6.1 Kyrgyzstan 20.07.2011

Das Erbeben der Stärke 6.1 erreignet sich um 01:35:43 Ortszeit (21:35:43 MESZ) 42 km südwestlich von Farghona (Usbekistan) und 60 km südöstlich von Quqon (Usbekistan). Das Epizentrum lag in 17.8 km tiefe. Die Detailangaben finden Sie beim USGS.

Die Shake Map zeigt eine Intensität von maximal VI nach der Skala der Modifizierten Mercalli Intensität (MMI), was als starkes Schütteln wahrgenommen wird.

Die zu erwartenden strukturellen Schäden sind für erdbebenresistente Gebäude leicht und für andere Gebäude mittel.

Nach Pager liegt die zu erwartende Opferzahl zwischen 1 bis 10 (35% Wahrscheinlichkeit) und 10 bis 100 (33% Wahrscheinlichkeit). Die ökonomischen Schäden werden mit 1-10 Millionen Dollar (29%) und 10-100 (34%) errechnet.

In kirgisischen Medien ist von Opfern bisher nicht die Rede, jedoch gibt es Schäden an öffentlichen Gebäuden, Fabriken und Häusern.

Auf der Autostrasse Osch-Batken-Isfana war der Verkehr für 4 Stunden unterbrochen, weil Felsen auf die Fahrbahn fielen und zehntausenden sind zur Zeit ohne Strom, weil Trafo-Stationen ausfielen. (AKIPress-Russisch, AKIPress-Russisch)

Seismische Aktivität beim Katla Vulkan – 18. Juli 2011

Eigentlich beobachtete ich die seismische Aktivität des Gebietes seit ein etwa zwei Wochen, weil ein bevorstehender Ausbruch des Hekla Vulkans möglich schien und scheint. Der letzte Ausbruch von Hekla wurde durch eine Serie von Erdbeben angekündigt.

Rund um Hekla zeigte sich allerdings keine seismische Aktivität. Jedoch ist eine solche beim Mýrdalsjökull Gletschers – unter welchem sich der Vulkan Katla befindet –  auszumachen. Eine Häufung von Erdbeben vor 12 bis 24 Stunden, davon eines nahe der Stärke 4.

Die zeitliche Verteilung der Beben sieht so aus:

Erdbeben im Gebiet des Myrdalsjökulls und Heklas

Erdbeben im Gebiet des Myrdalsjökulls und Heklas

Die geographische Verteilung der Beben: Weiterlesen